#107 - Ungarische Rhapsodie Nr. 2
Shownotes
Dieses Klavierwerk von Franz Liszt zählt neben dem Liebestraum Nr. 3 zu seinen bekanntesten Werken. Pianist Eduard Kutrowatz sagt: "Die Ungarische Rhapsodie Nr.2 ist Kunstmusik, beste Unterhaltungsmusik und Zirkusmusik." Er spricht über Liszts Talent, seine Vielseitigkeit und erzählt, wie er sich als Superstar inszeniert hat. Große Namen wie Beethoven, Wagner und Czerny dürfen in dieser informativen und kurzweiligen Folge auch nicht fehlen und wie dann noch die Frieda-Tante und Duke Ellington hineinpassen...? Viel Freude beim Zuhören!
Musikeinspielungen: 1. Vladimir Horowitz (live 1953) 2. Duo Kutrowatz 3. Diabelli Walzer, op. 120, Thema (Rudolf Buchbinder) 4. Variation 24 von F. Liszt (R. Buchbinder) 5. Liebestraum Nr 3, S 541 (Arthur Rubinstein 1950) 6. Eugene Ormandy & Philadelphia Orchestra 7. Lang Lang 8. Vladimir Horowitz 9. Ebony Rhapsodie (Duke Ellington)
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00:00:03: Kulturmenü,
00:00:06: der Podcast
00:00:07: mit Angelika
00:00:08: Ordner.
00:00:12: Ich spreche mit meinen Gästen über bekannte Musikstücke aus allen Stil- und Zeitepochen.
00:00:19: Wir hören passende Musikbeispiele und versuchen in unseren Gesprächen einen neuen Zugang zur Musik zu ermöglichen.
00:00:31: Franz Liszt, ungerische Rhapsodien Nummer zwei ist feurig virtuos und voller Kontraste.
00:00:37: Ein Stück in dem Liszt das Klavier zur Showbühne macht – als einer der größten Klaviervirtosen des neunzehnten Jahrhunderts und Popstar seiner Zeit treibt er Technik- und Ausdruck bis an die Grenzen.
00:00:50: Vom freischwebenden schwermütigen Beginn bis zum rasanten Finale.
00:00:54: Grundlage sind dabei ungerische Tanz- und sogenannte Zigeunemotive, doch für List war diese Musik weit mehr als Volksmusikmaterial.
00:01:03: In den ungerischen Rhapsodien setzte er dem Freiheitstrang seines von Österreich unterdrückten Volkes ein musikalisches Denkmal.
00:01:12: Und gerade diese zweite Rapsodie wurde zur klanglichen Parteinahme für die ungerische Revolution von achtzehn-achtundvierzig deren blutige Niederschlagerung List als schreiendes Unrecht empfand.
00:01:25: Heinrich Heine, der auch den Begriff Listo Mani prägte brachte es treffend auf dem Punkt.
00:01:32: Lies sei kein stiller Klavierspieler für ruhige Staatsbürger und Schlafmützen, hat er gesagt.
00:01:38: Als heimatloser Kosmopolit und engagierter Europäer mischte er sich ein mit einer Musik die bis heute spektakulär emotional und aufwühlend wirkt.
00:01:49: Es gibt nicht viele Pianistinnen und Pianisten, die sich über dieses schwierige Klavierstück drübertrauen.
00:01:55: Je nach Spieltempo dauert es rund zehn Minuten und wir werden im Laufe der Sendung immer wieder hinein hören und starten gleich mit dem großen Vladimir Horowitz.
00:05:06: Die Vielseitigkeit ist meinem heutigen Gast Eduard Kutrowatz besonders wichtig.
00:05:10: Er heißt Pianista, Pädagoge und Komponist.
00:05:13: Mit seinem Bruder Johannes bildet er seit vielen Jahren ein international erfolgreiches Klavier-Duo.
00:05:18: Mit ihm gemeinsam leitet er das List Festival Riding und genau deshalb habe ich Eduard Kutrowatz heute eingeladen.
00:05:27: Eduard können wir sagen, dass die ungerische Rhapsodie Nummer zwei selbst so bekannt ist weil auch der Leier diese Virtuosität hört und erkennt...
00:05:37: Das ist sicherlich ein Aspekt!
00:05:39: Es ist für jeden geeignet, um da einzutauchen.
00:05:44: Also ich sage da ganz salopp und darf das so sagen für mich ist die Friederdante.
00:05:51: Und deshalb sage ich dass weil ich wirklich eine friederdante hatte, die im Konzert war, die eigentlich wenig Ahnung von Musik habe.
00:05:57: aber wenn sie geweint hat, wenn der es gefallen hat dann wusste ich Es ist gut!
00:06:02: Und ein Musikstück ist immer dann gut Wenn es auch dem Laien nicht nur gefällt sondern ihn berührt ihm begeistert.
00:06:08: Da haben Liz Rhapsodien im Allgemeinen und die Zweite im Speziellen natürlich genau die Nase vorne, weil das ein Stück ist dass jeder versteht.
00:06:16: Man spürt trotzdem aber die Kunstfertigkeit dieser Stücke durch den Anspruch.
00:06:21: also es ist ein Musikstück das ich würde fast Brahms zitieren wie er gesagt hat über den Donauwald von Johann Strauss leider nicht vor mir Das würde auch von der zweiten ungerische Ungerischen Arabsodis sagen leider nicht von mir, weil das ist so ein Wurf.
00:06:39: Grundsätzlich einfach man kann es nachvollziehen die Themen nachsingen sofort was auch natürlich ein wichtiger Teil des Erfolgs ist.
00:06:46: Es ist kunstvoll!
00:06:47: Es ist Virtuos.
00:06:49: Ich würde einem Laien nicht raten dass wirklich ernsthaft spielen zu wollen Weil's gar nicht möglich ist.
00:06:55: Es braucht einfach alle Möglichkeiten alle technische Raffinisten um überhaupt dieses Stück auch nur annäherend bewältigen zu können.
00:07:02: Aber wie du richtig gesagt hast Für jeden verständlich, für den leiden Nachvollziehbar.
00:07:08: Für den Experten immer so mit Anspruch besetzt dass man sagen muss ein perfektes Musikstück
00:07:17: Und die Frieder-Dante bringt es vielleicht zum Weinen?
00:07:20: Ich
00:07:20: kann mich noch erinnern wie ich sie einmal sagte Da höre ich Pferde getrappelt in der Buste da sehe ich irgendwo eine liebe Szene.
00:07:30: also Es kommt genau das durch, was ja LIST nicht speziell in den ungerischeren Absurdien aber sonst ausgezeichnet hat Programmmusik.
00:07:37: Das heißt jeder kann sich etwas vorstellen es tauchen Bilder auf ist auch ein Gefühl auf.
00:07:42: also das ist etwas was Musik allgemein natürlich auszeichnet und bei LIST würde ich sagen im hohem Maße natürlich ganz fahrlich steht
00:07:50: Was ja bei klassischen Werken auf der Fall ist, wir finden immer genaue Aufzeichnungen wann ein bestimmtes Werk von wem Uhr aufgeführt wurde.
00:07:59: Und bei diesem Stück gibt es jetzt keine offiziell dokumentierte Uraufführung.
00:08:05: Können wir jetzt davon ausgehen dass Liz die Urafführung selbst gespielt hat?
00:08:09: Weil so viele Bienenisten... Also es hat schon viele Bieninisten gegeben aber die eigenen Stücke wird er selber das erste Mal gespielt haben oder?
00:08:17: Davon können wir in hohem Masse ausgehen, dass Liz zählt seine Stücke gespielt hat.
00:08:21: Wir können natürlich auch davon ausgehen, dass er in Personalunion als Komponist und Interpret natürlich alle seine Werkgeber aus der Taufe gehoben hat wie das übrigens auch natürlich Mozart und Beethoven und Schubert hatten.
00:08:37: Mozart hat nur Mozart gespielt, Beethoven hat nur Beethoven gespielt.
00:08:40: Schupert nur Schuvert.
00:08:41: aber List hat die eigenen Werke gespielt und dann aber gleichzeitig aber auch andere Komponiisten mit eingebaut.
00:08:48: Also das ist natürlich das, was bei List jetzt als Interpreten neu dazu kommt.
00:08:52: Dass er sich leisten konnte seine Kollegen die Pianisten und Komponisten seinerzeit ebenfalls aufs Podium zuheben.
00:09:01: Es hat sehr viele Freunde auch in seinem Umfeld gegeben.
00:09:05: Die Pianistin war aber mit Frederik Schupper auch gut befreundet.
00:09:08: Klarer Schumann und Robert Schummann hat er natürlich gekannt haben die seine Werke vorwiegend auch ins Programm genommen, oder war das für diejenigen auch zu schwierig?
00:09:20: Ich
00:09:20: würde mal sagen eher umgekehrt.
00:09:22: Also List hat Schubert, Schumann und die Zeitgenossen Chopin usw.
00:09:25: gespielt, sie in erster Linie aber bearbeitet und in seinen Repertoire aufgenommen.
00:09:32: Da waren so eine erste Rückblickend, die bereits vergangenen Iconen wie Beethoven, Schupert und Mozart – wobei natürlich Beethoven und Schubert, wie wir wissen, autobiografisch ihn noch eine Zeit lang theoretisch kennen haben hätten können wenn das möglich gewesen wäre.
00:09:53: Aber sie haben sich geschätzt Sie haben sich gegenseitig beeinflusst in jederlei Hinsicht Und ich nehme gerne als Beispiel immer zum Beispiel den Erlkönig von Franz Schupert ein Lied dass nahezu jeder Klassik-Liebhaber kennt.
00:10:13: Das wurde bei einem Hauskonzert, bei einer typischen Schubertjade vor ca.
00:10:17: dreißig Leuten vom Sänger Vogel-Uhr aufgeführt.
00:10:19: List hat das bearbeitet und hat es als Zugabe in seinen Konzerten gespielt und hat damit nachweislich von Konstantin Opel über Gibraltar bis Glasgow fünfundfünfzigtausend Menschen erreicht.
00:10:32: Vielleicht wäre die Urführung... Das Ende dieses Stücks gewesen.
00:10:35: Und das ist auch zusätzlich eines der großen Verdienste von List, wobei man sagen muss, dass wurde ihm ja auch lange Zeit von seinen Kritikern angekreidet die Bearbeitung.
00:10:44: Ja wenn wir uns jetzt wienerisch sagen würde, freut ihr selbst nichts ein, dass er nur andere Werke bearbeitet haben muss.
00:10:50: Da hat Hochfeierte Musikkritiker Willy Sinkowitz einmal gesagt, List war der wandelnde CD-Präher seinerzeit.
00:11:01: Zu den Bearbeitungen wäre noch zu sagen, also die Rhapsodie kennt einige Bearbeitung und hat liest alle auch selbst gemacht.
00:11:10: Es gibt eine Fassung für Orchester, es gibt eine Vierhändige und die für zwei Klaviere.
00:11:15: Und du hast jetzt mit deinem Bruder Johannes die vierhändigen Version eingespielt?
00:11:19: Warum habt ihr nicht die Für-Zwei-Klaviere ausgewählt?
00:11:23: Weil da hat man ja mehr Platz zum Spielen als wenn man vierhändig niemand anderes sitzt!
00:11:27: Das ist völlig richtig und das ist eine gute Frage für ein professionelles Klavier.
00:11:31: Du ist oft die Frage da, was spielen wir?
00:11:35: Vierhändige Fassungen oder zwei Klavierfassungen?
00:11:39: Dazu ganz allgemein kurz ausgeholt... Wir haben immer die Originalfassungen der Werke gespielt.
00:11:46: Also Schubbett ist klar, gibt es vierhändig bei Brahms gibt es Werke für Klavier zu Vierhändigen für Einglavier zu vier Händen aber auch Werke von zwei Klavieren.
00:11:54: Bei List, wie du richtig gesagt hast, gibt das bei einigen Merken sowohl vierhendige als auch Zweiglavierfassung und wir haben uns dann entschieden die symphonischen Dichtungen die er ja allesamt auch für zwei Klaviere, teilweise auch für vierhändig selbst bearbeitet hat an zwei Klavier zu spielen und die ungerischen Rapsodien in der vierhändigen Fassung.
00:12:15: Das hat einen praktischen Aspekt gehabt vor allem im Listjahr of the Year of the Wild, an seinem zweihundertsten Geburtstag dass viele Konzertveranstalter nur ein Klavier zur Verfügung hatten und die Ungerische Rapsodynen in der Tour fassen wollten und deswegen haben wir uns dann auf Vierhandige Fassung an einem Klavier geeinigt, was Vorteile Nachteile hat.
00:12:36: Vier Handigspieler in einem Klavier.
00:12:38: jeder der das jemals probiert hat muss sich mit seinem Partner im Wastensinn des Wortes gut verstehen und ihn im Wasten Sinne des Wort es gut riechen können unter Anführungszeichen, denn man sitzt so nahe.
00:12:50: also man muss sich auch überlegen von wem hält man das aus dass er zwei Stunden jemand sein Knie in seinen Opa schenkt, die drückt.
00:12:58: Also da muss man schon sehr im Reine mit diesen Menschen sein!
00:13:01: Ich bin das Gott sei Dank wie meinen Bruder Johannes und wir haben natürlich auch... unsere musikalischen Grabenkämpfe ausgetragen, aber in der Essenz war es dann immer darum oder ist es immer darum gegangen.
00:13:14: wie kommt man zum bestmöglichen musikalische Ergebnis.
00:13:17: Und die Dichte der ungerischen Rhapsodien und den ungerischer Rhapsodsatz das war eine echte Herausforderung!
00:13:22: Wie bringt man diese rasanten Läufe?
00:13:24: Diese Virtosenpassagen auf engster Raum unter um sich da nicht in die Quere zu kommen?
00:13:29: und bei einer Probe ist es wirklich passiert dass ich vom Hocker gefallen bin, weil Johannes mit seinem linken Arm hat er den Primo Part gespielt.
00:13:38: Derartig ausgeholt hat dass ich mich ducken musste und vermagte wie Hockern gefallen sind.
00:13:44: Hören wir uns mal an wie das klingt auf eurer international wirklich sehr oft verkauften CD.
00:13:50: Symphonische Dichtungen heißt die CD.
00:13:53: Die habt ihr in Japan natürlich sehr viel verkauft bis heute.
00:13:56: Ist es eigentlich ein Renner dieser CD?
00:13:58: Ja
00:13:58: absolut!
00:14:00: Wir haben uns dann geeinigt auch Hier nicht alle symphonischen Dichtungen und nicht alle ungerische Rapsodien, die List vierhändig bearbeitet hat zu veröffentlichen.
00:14:09: Sondern einen Mix aus unseren Lieblingssymphonischen Drichtungen und die zweite Rapsodi quasi als Zugabe auf diesen symphonischem Dichtungsprogramm.
00:16:14: Ist hat im Laufe von vier Jahrzehnten, neunzehn ungerischer Rapsodyn geschrieben?
00:16:18: Vielleicht wollte er ja auch damit zeigen dass Ungarn eine eigenständige Sprache besitzt.
00:16:24: aber jetzt wissen wir er hat gar nicht ungerisch gesprochen.
00:16:28: Das ist wichtig.
00:16:29: LIST hat den Status in Ungarn quasi national heiliger zu sein, wenn wir das so pathetisch ausdrücken darf.
00:16:36: Wir erleben das selber auch im LIST-Zentrum in Reiding, dass übrigens in diesem Jahr seinen zwanzigsten Geburtstag feiert.
00:16:42: und da gibt es einige Listbüsten im Gelände dieses Listzentrums eine Statue im Freien, eine Listbüsste im Geburtshaus fast keinen Tag demnicht ungerische Besucher einen Kranz niederlegen.
00:16:59: Also wirklich als Ehrfurchtsbezeugnis für ihren, wie ich bereits sagte nationalheiligen Franz Liszt obwohl er selbst kein Wort ungerisch gesprochen hat und ein Lied in ungerischer Sprache.
00:17:13: Und der ist eigentlich auch nicht mehr zurückgegangen nach Reiding oder?
00:17:17: Weil er war, also er ist nach Wien gegangen, er ist noch Paris gegangen.
00:17:20: Er ist in Weimar gewesen lange Zeit.
00:17:22: Er hat im Laufe seines Lebens Riding seinen Geburtsort noch sechs Mal besucht.
00:17:27: Das ist viel und nicht viel Man muss rechnen.
00:17:30: es ist jetzt noch Riding von Wien Eine gute Autostunde entfernt.
00:17:37: das ist viel Und Nicht viel.
00:17:38: das war zur damaligen zeit natürlich eine große Entfernung.
00:17:42: Die großen
00:17:43: der
00:17:43: Kutsche Wobei für List Reisen relativ aufwendig waren, wenn man sich vorstellt dass er am Ende seines Lebens die letzten fünf sechs Jahren in dem Dreieck Weimar Beirut Rom Budapest mit der Kutsche gereist ist was das für die Lendenwirbel hat bedeuten müssen.
00:18:01: Das möchte ich mir gar nicht vorstellen.
00:18:03: bei diesen Straßen also wäre grundsätzlich Wien Reiding auch nicht so weit gewesen.
00:18:08: Aber wie gesagt, sechsmal hat er seinen Geburtstag noch einen Besuch abgestattet.
00:18:12: Also Ungarisch hat er nicht gesprochen aber er hat trotzdem deutsch-italienisch englisch und französisch gesprochen und Französisch war seine liebste Sprache?
00:18:19: Französische war, wenn man es so sagen will, seine Umgangssprache.
00:18:22: Er ist im taten Alter von elf Jahren aus Reiding weggegangen mit seinem Vater nach Wien über Deutschland dann nach Paris.
00:18:30: Und für mich immer beeindruckend nach fünf Jahren Gesamtvolkschule in Reiding hat er dann mit vierzehn eine Oper in französischer Sprache geschrieben.
00:18:42: Das heißt, vielleicht dieses Manco das auch empfunden hat an zu wenig Schulbildung hat er durch Eigenstudien und Interesse an allem was es gibt und alles was es an Wissen gab und Literatur gab begierig aufgesogen.
00:18:55: Das hat der Versuch so schnell wie möglich aufzuholen diese Lücke zu füllen Und insofern gehört er sicherlich zu den bestgebildendsten Persönlichkeiten im zehnten Jahrhundert?
00:19:09: Ja, also wenn wir schon bei seiner Kindheit sind einer seiner Lehrer.
00:19:12: Also er hat mehrere Lehrer gehabt nicht ganz so viele.
00:19:15: war Karl Czerny?
00:19:16: Ganz wichtig ihn zu wehnen.
00:19:19: Bei dem war er bevor er nach Paris gegangen ist und Die Ausbildung bei Czarny dauerte eigentlich nur vierzehn Monate Und dann war die Ausbildung eigentlich abgeschlossen und da waren noch nicht einmal zwölf.
00:19:32: Das ist richtig Man muss jetzt sagen, also die besten Lehrer seiner Zeit sowohl in Kompositionen-Theorie als auch in Klavier, Carl Czerny.
00:19:41: Ich sage jetzt auch ein wenig Augenzwinkern für alle, die Klavierlerne der oft viel geschmete.
00:19:47: Karl Czarny war einfach eine Kapazität, er war der beste Klavierlehrer seinerzeit und sein Ruf war bei Weitem nicht der, der ihm jetzt oft, wie soll ich sagen angedichtet wird.
00:19:59: Und dann Salieri, also seinen Kompositionslehrerin.
00:20:02: Beide haben ihn sein Talent erkennend gratis unterrichtet, was sich liest dann auch zu Herzen genommen hat und oft von seinen eigenen Schülerinnen und Schülern kein Geld verlangt hat.
00:20:13: Also das ist etwas, was vielleicht ganz besonders ist nämlich wirklich Talente zu erkennen und ihnen auch die Möglichkeit zu geben ohne jetzt finanziell in einen Disaster zu geraten eine gute Ausbildung zu bekommen.
00:20:27: aber zurück zu Czerny eine relativ kurze Ausbildung die aber unglaublich intensiv war.
00:20:32: Und List hat ihm im Selbststudium natürlich von Terzen und Quarten und Sechsten und Läufen in der Zeit so viel gelernt, also man könnte sagen moderner effektivster Klavierunterricht.
00:20:45: Ich habe noch ein interessantes Zitat gefunden von Czerny – was auch interessant ist für die Frieder-Dante!
00:20:51: Der Czarny war ja Schüler vor Beethoven und List war dann Schülerin von Ccerny.
00:20:55: Also das drei wirklich große wichtige Komponisten und vor allem auch für uns Bionisten, die alle zusammenhängen.
00:21:03: Also Czerny sagt über den jungen Franz Liszt Es war ein bleiches schwächlich aussehendes Kind Und beim Spielen wankte es am Stuhler wie betrunken herum so dass ich oft dachte es würde zu Boden fallen.
00:21:18: Heute wird man vielleicht sagen der hat vielleicht ADHS gehabt.
00:21:22: Das ist richtig, das würde man wahrscheinlich heute so diagnostizieren.
00:21:26: Faktum ist dass Liszt in seiner Kindheit und seine Jugend wirklich sehr oft krank war ein sehr grenkliches Kind war, ein sehr plasses Kind war.
00:21:35: woran das liegt oder gelingen hat lässt sich schwer verifizieren ob es mit allgemeinen gesundheitlichen Umständen zu tun hatte.
00:21:45: Ich weiß es selbst nicht und das wissen wir insgesamt nicht genau.
00:21:49: Jedenfalls dürfte er sich aber davon erholt haben, vielleicht war's auch dass viele üben, wobei ich jetzt natürlich selber kein Plädoyer und keine Lanze brechen möchte für das Faktum bitte nicht zu viel üben sonst wird man krank.
00:22:00: Nein!
00:22:01: Das sagen wir sicherlich
00:22:02: nicht.
00:22:02: Ganz im Gegenteil, ich darf von mir selbst sagen, dass ich ein glücklicher Über bin am Instrument und immer noch gerne übe.
00:22:10: und wenn man sich das üben als... positive und wertvolle und sinnvolle Lebenszeit bewahrt, dann kann ich nur bestätigen.
00:22:20: Und den Tipp geben ja also man kann kaum besser die Zeit verbringen als am Klavier üben einen Ton erforschend ein Stück wirklich so erforschen das dass man einfach eindrinkt und es erkennt und damit Freude und Begeisterung spielt.
00:22:35: Also Klavierspiel ist ein schönes bitte üben.
00:22:41: Bleiben wir noch kurz beim Jungenlist.
00:22:43: Seine erste gedruckte Komposition ist die Variation Nummer vierundzwanzig von den Diabelli-Variationen, also Diablli war damals ein Verleger und der initiierte so eine Gemeinschaftsarbeit und hat also zahlreiche Komponisten dieser Zeit gefragt ob sie denn ein Thema von ihm einen Walzer eine Variation schreiben wollen.
00:23:04: und er hat diesen Sammelband genannt Vater ländischer Künstlerverein.
00:23:08: Und da haben also eben Komponisten wie Czerny, haben wir schon erwähnt Hummelschubert, Sächter – das Sächte war der Lehrer vom Anton Bruckner – die haben alle Variationen geschrieben.
00:23:20: Und der junge Franz Lis, der war damals elf Jahre, hat die vierundzwanzigste Variation geschrieben und ich möchte es kurz jetzt einspielen weil man dann auch einfach hört Wie genial, der junge Buscher zuerst das Thema.
00:24:17: Zum Thema wäre noch zu sagen also ich will jetzt nicht so weit ausholen und abschweifen.
00:24:21: aber Beethoven wurde von Diabelli natürlich auch gefragt ob er eine Variation schreibt und wir wissen der hat gesagt naja einer ist mir zu wenig hat dann dreiunddreißig gemacht ein großes Werk und der versportete Diabellis Thema als Schusterfleck und Liszt hat eben das daraus gemacht.
00:25:36: Also wie du richtig gesagt hast, ein Genie.
00:25:39: Er hat viel geübt und mit elf Jahren hat er dann das zustande gebracht.
00:25:43: Gibt es nicht viele heutzutage die das können?
00:25:46: Ich würde sagen in der Zeit und auch in der jetzigen Zeit.
00:25:51: Es haben ja viele versucht und in dem Fall kann man natürlich sagen viele Väter versuchen auch ihre talentierten Kinder.
00:25:58: In diesem Fall natürlich zumeist Söhne weil bei den Klavier spielen Frauen eher anders zu einem Star zu machen.
00:26:08: Bei List ist das geglückt und ihr wurde ja auch lange Zeit als der neue Mozart betrachtet und tituliert, wie viele da auf der Strecke geblieben sind um das so fast sportlich zu sagen möchte man auch nicht wissen.
00:26:19: es ist bei List vielleicht gerade noch gut gegangen wobei man schon sagen muss die Bürde die ihm seinem Vater da auffälligt hat war schon ziemlich groß mit wenn man bedenkt dass der Vater Adam List Gut situiert der Beamter bei Esterhase war mit einem guten Gehalt und dann gehen die von Reiding weg.
00:26:42: Er gibt seinen Job als Schäferei-Rendmeister bei Estherhasi auf.
00:26:47: Der kleine List hat da die Verantwortung, die Familie zu ernähren.
00:26:51: und was ist wenn er das nicht schafft?
00:26:55: Diese Konflikte, diese Inneren möchte man sich nicht vorstellen.
00:26:59: auch diese Abhängigkeit dann und die Katastrophe wie sein Vater gestorben ist auf einer Tournee.
00:27:03: Da war ja knappe sechzehn Jahre alt.
00:27:07: Das war schon eine riesige Verantwortung List auferlegt bekommen hat, aber geschafft hat und ein Weltstag geworden ist.
00:27:16: Gehen wir noch einmal zur Rhapsodie zurück?
00:27:19: Wir sind bei der zweiten Rhapsodie und es werden auch noch die sechste und zwölf viel gespielt.
00:27:24: Aber wie ich vorhin schon gesagt habe, es gibt neunzehn von ihm, die er geschrieben hat.
00:27:28: Warum ist jetzt denn die zweite so bekannt?
00:27:31: Ist das wirklich ein herausragendes großartiges Stück oder hat das eben auch mit Mickey Mouse und
00:27:36: Co.,
00:27:36: Tom und Jerry zu tun?
00:27:38: Es hat mit vielen Aspekten zu tun Mit einem, von dem wir ganz am Beginn gesprochen hatten die Verständlichkeit und die in positiven Sinne leichte Verständlichkeit auch für einen Lein.
00:27:51: Das Stück erschließt sich von selbst.
00:27:53: Die Themen sind überblickbar, einfach zu merken, nachzusingen... Und das Geheimnis des Stücks ist für mich eigentlich dass es zugleichenteilen Kunstvolle Musik ist und beste Unterhaltungsmusik bis hin zu Zirkus-Musik.
00:28:13: Diesen Anspruch vereint dieses Stück, insofern ist es etwas ganz Besonderes.
00:28:18: Es ist nicht so wie man schon sagt, Null Acht Fünfzehn dass wir damit zwei Akkorden auskommen das oft leichtfertig gesagt wird.
00:28:24: naja da geht ein erste fünfte Stufe hin und her und ein bisschen virtuos... Nein das ist es nicht!
00:28:31: Er wechselt nahezu alle Tonarten in diesem Stück.
00:28:34: Es kommen alle Aspekte der Emotionen vor, gerade wie bei jeder Rhapsodie natürlich.
00:28:41: Diese eine neue Anreihung von sentimentalen emotionalen Teilen mit virtuosen Teilen, ungerischen Volkslied-Themen, Zigeuner Melodien.
00:28:51: und bei der zweiten Rapsodie erschließt sich das in höchsten Maße sofort und unmittelbar mehr als bei jedern anderen Wobei ich nicht nur die sechste und zwölfte erwähnen würde, auch Bester Karneval Nummer neun, Nummer vierzehn mit dieser Trauermarscheinleitung.
00:29:11: Die spanische Rhapsodie, die erst viel später dazu kamen.
00:29:15: aber vielleicht bin ich hier natürlich auch nicht allgemein berechtigt das zu sagen weil ich sie natürlich alle gut kenne Und sehr viele davon, sehr liebe und sehr viele auch natürlich gespielt habe.
00:29:30: Aber die zweite steht ganz vorne und gehört auch wie übrigens auch der Liebestraum von Franz Liszt in der täglichen Hitliste, der täglichen zehn meistgespielten Klassikwerke insgesamt international.
00:29:46: Das arrangieren zwei Listwerke nämlich die zweite Rapsodie und der dritte Liebestraum ganz vorne.
00:29:51: Ja und der Liebestraum das finde ich dann spannend wenn wir den Kurz hineinspielen, weil das ja sowas völlig anderes ist.
00:31:09: Ja.
00:31:58: All zur orchestrierten Version der zweiten Rhapsodie.
00:32:03: Die ist vielleicht weniger effektvoll finde ich als die Klavier-Solo-Fassung, findest du das auch?
00:32:09: Dass das mit Orchester weniger effektau klingt?
00:32:11: Ähm... Ich muss da ganz kurz eine Mischung aus Nachdenken ausholen und ausschweifen.
00:32:19: Die Schwierigkeit ist schon als Solo-Pianist den richtigen Zugang zu finden, die richtige Mischung aus freiem Spiel, freier Interpretation und seriösen sich auseinandersetzen mit dem Notentext.
00:32:33: Wie viele Freiheiten davon sich nehmen.
00:32:35: muss man sich nehmen dass das ungerische Idiom einfach da gut durchkommt.
00:32:39: Das ist mit einem Orchesterapparat auch wenn es ein Kammerorchester ist Es gibt ja einige Fassungen dafür unglaublich schwierig.
00:32:46: Da müssen einfach diese Anzahl von Personen die dem Orchester spielen sagen jetzt mal vierzig im Gleichklang diese rapsotischen Elemente empfinden.
00:32:58: Das ist unglaublich schwierig!
00:33:00: Da braucht es erstens mal einen Dirigenten oder bräuchte seinen Dirigent, der genau weiß was er will, der das übermitteln kann, der genug Probenzeit hat, dass auch auszuprobieren und wo alle damit gleicher Begeisterung dabei sind umzusetzen.
00:33:14: Ich habe das bis jetzt einmal wirklich nahezu perfekt erlebt oder in dem wie ich mir das vorspiele Natürlich, bezeichnenderweise das Franz-List-Kammorchester Buda Best unter dem großartigen Gelisten und Dirigenten Istvan Vardaim.
00:33:32: Im Prinzip hat er das gemacht was Hanukku mit seinem Konzentus gemacht hat nämlich alle darauf eingeschoren was da passiert.
00:33:39: also es müssen alle praktisch solistisch das gleich empfinden.
00:33:43: das ist ja unglaublich das ist fast schon unmöglich da.
00:33:45: aber es geht dann nur wenn ein gleiches Orchester mit jemandem der genau weiß was er will dann auch so probt.
00:33:51: Also, ich würde ganz gerne eine Stelle herausnehmen.
00:33:55: Rauchen wir uns mal zuerst diese Stelle mit dem Orchester an und jetzt die selbe Stelle mit Klavier.
00:35:37: Wir hören da unterschiedliche Donate.
00:35:40: Hat das Liste so konzipiert?
00:35:41: Weil es halt eine Donat am Klavier ist, die für das Orchester dann schwierig umzusetzen ist, weil es war ja zuerst die Klavierfassung da.
00:35:49: oder hat das was ...
00:35:52: Solofassung ist schon in einer anderen Tonart.
00:35:56: Ja, das ist doch interessant dran!
00:35:58: Wobei das nicht unbedingt leichter ist vor allem wenn man selber die Solofassung vorher studiert hat.
00:36:03: dann ist es ein Umdenken in eine andere Richtung aber möglicherweise einiges Praktikater zu spielen.
00:36:11: ich kann jetzt nicht genau sagen warum diese Fassung im Archester wieder anders.
00:36:15: Das ist nämlich was, das hätte ich den Franzl gern gefragt.
00:36:19: Weil die Rhapsody in Blu von Gershwin, die gibt's auch für vier Händige und Solo Klavier und Orchester... Und es ist immer derselben Donat!
00:36:25: Und hier haben wir wirklich unterschiedliche Donaten und das finde ich spannend weil natürlich die Donate am Klavier schon irgendwie auch anders wirkt einfach als dieser Orchester.
00:36:36: Der klang sowieso dann auch.
00:36:38: Dieser Zismalbeginn der zweitmangelische Rhapsodie eingestampft, fast ins Bewusstsein in den Emotionen.
00:36:48: Ja wenn es eine andere Tonart schwingt ist es eigentlich ein anderes Stück?
00:36:57: LIST ist für mich so eine spannende Persönlichkeit und es gibt ja so viel über den zu erzählen weil auch was ihr jetzt nicht musikalischen Dinge betrifft er war zum Beispiel nie verheiratet und hat aber trotzdem seine Affären und zwei große Lieben.
00:37:17: Naja, es waren schon zwei Frauen die herausstechen.
00:37:19: Mit der ersten hat er drei Kinder.
00:37:22: Die zweite wollte heiraten?
00:37:24: Genau ja wobei ich da wie soll ich sagen... Es wird ihm oft so auch ja unterschiedlich vorgeworfen ist der Frauenheld und so weiter.
00:37:32: Letztendlich hatte er mit einer Frau drei Kinder
00:37:36: und
00:37:37: Marida Gu.
00:37:39: Das ist eigentlich an seiner Karriere gescheitert wenn man so will.
00:37:43: das passiert Ja, in diesem Leben wahrscheinlich vielen Künstlerinnen und Künstlern, dass das vielleicht das Privatleben nicht so funktioniert.
00:37:51: Wenn man sich ganz auf seine Karriere konzentriert, dann war da die Füsstin sein Wittgenstein, den er in der Ukraine kennengelernt hat und die ihn dann wirklich auch bewegt hat.
00:38:04: Man könnte fast jetzt sagen sie hat ihn ans Klavier gefesselt.
00:38:08: So lieber Franz, jetzt mal komponieren!
00:38:10: Dann kommt erst was anderes dran.
00:38:12: Also diese zwei Frauen und seine Mutter natürlich in seiner Kindheit.
00:38:15: Und dann auch als Erzieherin seiner Kinder oder als wichtige Ansprechperson, das waren eigentlich die wichtigsten Frauen.
00:38:23: was man sonst an Affären im teilweise antichtet war es teilweise da aber das würde ich sagen ja ob das so interessant ist Für mich jedenfalls nicht.
00:38:33: Nein, also ich wollte ja noch weiterreden was noch interessant ist.
00:38:36: er war auch ein ganz wichtiger Förderer von seinen Kollegen und man darf natürlich dann den Richard Wagner nicht unerwähnt lassen wenn man über List spricht weil Wagner war ich glaube zwei Jahre jünger als er und der hat aber dann seine Jüngste-Dochter geheiratet, die Cosima.
00:38:55: Und das war und das ist schon eine spannende Geschichte da könnte ich eine eigene Folge draus machen um diese Geschichte zu erzählen weil die zwei haben sich sehr geschätzt.
00:39:04: Lis hat ja auch in Bayreuth sehr viel dirigiert und gearbeitet und war mit dem Wagner gut befreundet.
00:39:09: und dann war dieser Diskrepanz weil er das eigentlich nicht wollte dass er mit der Cosima zusammen ist Weil die Cosimer mit dem Lieblingsschüler vom Lis zusammen war mit Hans von Bülow
00:39:19: Ganz genau.
00:39:20: Ich würde mal sagen, es war eine sehr ambivalente Freundschaft.
00:39:24: Die nicht nur ambivalent war in Bezug darauf, dass da eben dieser Freund, dieser Richard Wagner dann seinen Liebling schülern – ich sage das jetzt auch so ein bisschen salopp – die Tochter ausspannt, die Frau ausspannend... Es waren natürlich auch in künstlerischer Hinsicht, die waren komplett unterschiedliche Charaktere, Charaktersliste war der Bestverdienste Musiker seiner Zeit.
00:39:49: Das ist natürlich ein Aspekt, der dazukommt, dass er sich auch vieles leisten konnte nämlich auch den Richard Wagner zu fördern.
00:39:56: und wenn gibt es einen Briefverkehr zwischen List & Wagner wo List ihn lobt für die Urführung ich glaube in Lowengren lieber Richard Großartig usw.
00:40:06: Und Richard Wagner schreibt ihm zurück Lieber Franz spar dir deine Lobhudelein Schickt mir Geld einfach viel Geld Und das sagt einiges über die unterschiedlichen Charaktere der beiden aus.
00:40:20: Du sagst Lohngren, er hat die Uhr-Aufführung von Lohngren dirigiert.
00:40:24: Und zwar hat er das forty-sech Proben angesetzt und das finde ich dann auch noch so bemerkenswert wenn man weiß wie viel heutzutage geprobt wird.
00:40:33: vor den großen Wagner-Opern also in Bayreuth jetzt zum Jubiläum wird vielleicht mehr gepropt als sonst aber forty-six Proben
00:40:40: ist doch absurd oder?
00:40:42: Wenn man sich diese Zahl vor Augen hält.
00:40:44: natürlich wenn man heute Einen Orchesterplan, man plant ein Konzert.
00:40:51: Ich bin in der Lage, dass ich sowohl als ausübender Pianist als auch quasi Musikmanager und künstlerischer Leiter von Festivals agieren darf und kenne beide Seiten.
00:41:03: wie viel Geld hat man zu verfügen?
00:41:05: Wie viele Proben das Orchester dann selbst muss entscheiden?
00:41:08: Eine Orchesterprobe eine mit Solisten der Solis kennt das besonders gut da brauche ich das gar nicht ganz durchspielen im besten Fall.
00:41:15: Ich kann mich noch erinnern, Mozart-Gravierkonzert C.Durvier-Siebundsechzig, das hatte ich vor vielen Jahren in Südkorea gespielt.
00:41:23: und zweiter Satz den ersten vier Takten, die ich entpasst – das kennen wir!
00:41:28: Das haben wir überhaupt nicht fertiggespielt also von sechsundvierzig Proben weit weg.
00:41:32: Natürlich ging es darum bei Liszt, es waren ständig Uhraufführungen und man hat sich Zeit genommen dafür.
00:41:39: Liszt hat das Geld zur Verfügung bekommen.
00:41:44: Was für mich noch interessant ist, dieser Musiker diese Persönlichkeit Franz Lis der bis dorthin bis zu seiner Generalmusik Direktion in Weimar hat er ja komponiert und hauptsächlich Klavier gespielt.
00:42:02: Wann hatte er überhaupt das dirigieren gelernt dieses Handwerk?
00:42:05: Ja da wollte ich fragen weißt du war ein guter Dirigent?
00:42:08: oder gibt es da Aufzeichnungen?
00:42:11: Oder hat er halt auch dirigiert, weil der Wagner gewusst hat?
00:42:14: Der unterstützt mich.
00:42:15: Die Frage ist natürlich allgemein was sie sein?
00:42:17: guter Dirigent?
00:42:20: geht's um das Handwerk, geht es um die Bewegung, die jemand macht?
00:42:23: und geht es darum die Musik zu erfassen, zu erkennen dem Orchester richtig zu vermitteln und in langen Probenzeiten dann zum bestmöglichem Ergebnis zu kommen?
00:42:32: also was ein guter dirigent ist offensichtlich war ein gutter Dirigent.
00:42:37: er war nicht immer erfolgreich.
00:42:38: seine Stücke sind oder die Stücke, die er dirigiert hat und aus der Taufe gehoben hat sind auch oft durchgefallen.
00:42:44: Aber das hat möglicherweise nichts mit seinem Dirigieren zu tun sondern mit den Stücken oder dem Zeitgeschmack.
00:42:50: Der war ja nicht so vernachlässigend und der Anflächszeichen war natürlich viel brutaler als er heute ist!
00:42:58: Und man muss bedenken dass es damals im Gegensatz zur Heute immer nur Urführungen gab.
00:43:07: Ein wichtiger Aspekt eigentlich, das vergisst man.
00:43:10: Von Schubert von Mozart vom Beethoven überlist waren alle Konzerte zu... nahezu hundertprozent Uhr Aufführungen.
00:43:18: Von lauter neuen Stücken, die das Publikum nicht kannte?
00:43:21: Da hat man den Publikums schon wirklich viel zugemutet.
00:43:24: Einerseits
00:43:24: zugemutet, andererseits muss man sagen war der Ablenkungsfaktor insgesamt in der Gesellschaft im Leben, in den Hörgewohnheiten auch nicht so groß dass man sich darauf konzentrierte viel neugieriger war möglicherweise auch offener war als man es jetzt ist.
00:43:39: vielleicht würde das unserer Zeit und unsere Musik unseren ganz Musikleben gut tun, wenn man sich wieder diese Neugierde, diese Offenheit bei mir
00:43:52: hat.
00:43:52: Ja und weniger sich ablenken lässt von anderen Dingen.
00:43:55: Also gehen wir noch mal zurück.
00:43:56: ja jetzt sind wir... diese private Geschichte mit den Kindern und ja übrigens zwei Kinder sind ja verstorben, sein einziger Sohn der war auch hoch begabt.
00:44:07: Der hätte eigentlich in seine Fußstapfen treten können da Daniel der Stab in seinem Beisein Und die Blandine die starr kurz nach der Geburt ihres Sohnes.
00:44:15: also er hat zwei Kinder verloren.
00:44:17: das war dann auch zu Auch vielleicht ein Mitgrund warum wir jetzt zum dritten Teil kommen in seiner Biografie.
00:44:24: weil er hat so wie gesagt also großartiger Pianist und Klavierwirtose in Europa.
00:44:29: Und dann beendet er in diesem größten Rom die ganze Konzertkarriere, und da war er erst thirty-fünf Jahre alt.
00:44:35: Und er zieht sich in Rom als AB zurück – also das heißt, er hat den niederen Wein der katholischen Kirche empfangen – und trägt dann Priesterkleidung!
00:44:44: Also das hört man ja von... Superstars, wenn wir bei dem Begriff bleiben, der mir zwar jetzt nicht besonders gut gefällt.
00:44:51: Aber wer beendet seine Karriere und gibt sich seinem Glauben hin?
00:44:57: Und dahingehend haben sie dann natürlich auch seine Komposition verändert.
00:45:00: Das ist richtig!
00:45:01: Wobei das ja nicht plötzlich kam.
00:45:03: es war ein Teil seiner Kindheit oder ein wesentlicher Teil seiner Wurzeln war schon in Reiding in diesem kleinen Dorf da in Deutsch-West Ungarn die religiöse Erziehung seiner Mutter.
00:45:16: Das war schon ein großer Baustein, ein großes Fundament das in sein Leben lang begleitet hat.
00:45:21: Dass natürlich teilweise und sehr oft in seinem Leben Zufluchtstätte war in schwierigen Situationen wobei dass ja auch ein Teil von Religion oder von Spiritualität ist auch halt zu geben – das war offensichtlich bei ihm der Fall Phänomen als AB und in der Sultane da aufzutreten, hat natürlich mehrere Gründe, mehrere Wurzeln.
00:45:43: List war ein Inszenierungskünstler, List war einen Popstar, ein Superstar, der sich inszeniert hat ganz modern, der es geliebt hat auch optisch in verschiedensten Kostümierungen aufzudrehen sei jetzt Ungerischer Feld her oder als AB.
00:46:04: Also da hat er seinem Publikum auch etwas geboten in jeder Hinsicht, auch optisch einfach fassbar zu sein immer im neuen Gewande und der Anführungszeichen.
00:46:13: Diese Sutane hat mehrere Gründe.
00:46:15: natürlich war Kirchenmusik Direktor Oberster Kirchmuschef im Vatikan, da war es auch notwendig quasi einen Status zu haben.
00:46:23: Also die niederen Weinab – das hatte ja auch sehr praktische Gründe.
00:46:27: jetzt nicht nur religiöse Gründe und spirituelle Gründe muss man auch dazu sagen.
00:46:34: aber wie gesagt es hatte diesen Inszenierungseffekt und diesen Inszinerungsaspekt.
00:46:41: und dass Rückbesinnen auf die religiösere Erziehung in Reiding durch seine Mutter
00:46:48: Ja, du hast natürlich schon erwähnt.
00:46:49: Also das Jubiläum in dem Museum in Reidingheuer im Herbst glaube ich ist ein großes Fest?
00:46:55: Genau!
00:46:55: Richtig, also wie er oder das Listzentrum Reidingfeiert heuer seinen zwanzigsten Geburtstag, es wurde dieses großartige Konzerthaus gebaut am Geburtsort von Franz Liszt und es ist ja ein eigenartiges und einzigartiges Phänomen.
00:47:11: Das ist meines Wissens bei keinem anderen großen Komponisten gibt dass da das Geburthaus direkt neben einem internationalen höchsten Ansprüchen genügendem Konzertsaal steht.
00:47:21: Und das nicht nur in nächster Nähe, sondern als Ein-Ausabel, da es eine Einheit bildet.
00:47:27: im letzten Jahr, im Jahr haben wir erweitert um einen großen Museumstrakt und die Geschichte von Franz Liszt als Museum Neu zu erzählen mit dem Titel Das Konzert Bin Ich, Le Concerte Semois.
00:47:41: Beispielgebend für Franz Liszt und auch ein großer Meilenstein in seiner Karriere.
00:47:47: Nämlich eher der Erfinder des Solo Recitals, des Solo-Konzertes wo ein einzelner Künstler auf der Bühne steht und diesen Abend gestaltet.
00:47:57: Also das gab es ja bis dorthin kaum oder nie.
00:47:59: da waren noch immer verschiedene dabei.
00:48:01: Er hat gesagt, das Konzern bin ich!
00:48:03: Ich kann das, ich halte das durch.
00:48:05: Ich habe was zu bieten, nämlich so viele verschiedene Aspekte.
00:48:10: Und dieser Punkt ist für mich immer faszinierend wenn man bedenkt das List ja mal beinahe das ganze Ninzehnt Jahrhundert mit seinem Leben erfüllt hat, Achtzehnhunderteilf bis Achtsehnhundertsechsundachtzig Das ist für damalige Zeit unglaublich alt, fünf und siebzig Jahre!
00:48:27: Wenn man bedingt Schubert eine Dreißig Jahre, Mozart fünf und dreißig jahre da war vieles abgeschlossen.
00:48:33: Hätte List da sein Leben abgeschlossen, dann wäre er als großer Virtuose übrig geblieben.
00:48:37: Vielleicht noch nicht als Komponist.
00:48:39: Das heißt, da gab es so viele Lebensphasen das er sich ja verändern weiterentwickeln musste bis hin zum völligen Unverstanden seinen Spätwerken weil die einfach weit in die Zukunft geragt haben.
00:48:54: Was wir bei List auch nicht unerwähnt lassen dürfen ist und ich glaube dass weiß die Friederdante dass Klaviere kaputt gegangen sind, wenn er gespielt hat.
00:49:05: Und es ist ja so, wir haben jetzt von seiner Mutter schon gesprochen.
00:49:09: sein Vater Adam war auch ein wunderbarer Amateur Musiker der also auch noch natürlich zum Star gemacht hat und der verkaufte für die neue Anschaffung eines Tafelklaviers seine goldene Uhr.
00:49:22: Und der Pariser Klavierfabrikant Sebastian Errar fördert dann List und entwickelt eine neue Mechanik, die sein Virtuosespieler möglich hat ja.
00:49:32: Das heißt jetzt, List hat diese Errarflügel bevorzugt obwohl er auch Bösendorfer sehr geschätzt hat.
00:49:39: aber Ich war vor kurzem in einem Konzert mit so einem Tafelklavier.
00:49:42: Und ein Tafeklavier ist dermaßen filigran, dass man sich das wirklich ganz leicht vorstellen kann, dass es kaputt gegangen ist.
00:49:50: Aber wenn die Tafeleklaviere kaputtgegangen sind können wir dann davon ausgehen, da sein Erachflügel oder einen Böschendorferflüggel nicht kaputt gegangen ist?
00:50:01: Davon kann man ausgehen und ich will mal sagen jetzt sind aber immer noch genug kaputt gingen.
00:50:06: Liszt hat aber durch seine Spielweise, durch seine Völlige Neuart des Konzertierens und ihr habt das Klavier zu behandeln, damit die Klavierbauweise direkt beeinflusst.
00:50:16: Das heißt die Klavierbauer dieser Zeit haben sich bemüht Klaviere zu entwickeln und das Ergebnis der großen Konzernfliege ist natürlich hat seinen Ausgangspunkt im Jahrhundert bei Franz List.
00:50:28: Wobei man noch einen Schritt weitergehen kann dass ja die Klavierebaumeister mussten sich dann überlegen Wie muss ich den Holzrahmen gestalten?
00:50:35: Wie muss sich der Metallrahm gestalten, dass das Gavierspiel von List aushält.
00:50:40: Das heißt man kann sogar so weit gehen und sagen, List hat damit indirekt auch die Industrie bis hin zur Stahlindustrie in Europa beeinflusst durch sein Spiel also auch eines seiner großen Verdienste.
00:51:49: Und es gibt einen Listflügel in Ridingen.
00:51:52: Wir haben in Ridings Glück und darauf bin ich sehr stolz im neuen Museumskomplex drei Original-Listflügel zu haben, also drei Klavier die auf den Lists gespielt hat.
00:52:02: Das ist zum einen ein Bösendorfer von circa eighteenhundertfünfzig aus der Zeit.
00:52:07: Wir haben eine Aira Flügel und wir haben einen Flügeln von der Firma Hoffmann, der aus kuriosen Gründen im Waldviertel aufgetaucht ist und das Klavier ist auf dem Lists.
00:52:22: sein letztes Konzert in Rom gespielt.
00:52:25: Im Herbst, im Oktober dieses Jahres haben wir wie gesagt diese Jubiläum-Saison.
00:52:30: Wir feiern zwanzig Jahre Listzentrum, zwanzige Jahre Listfestival mit einem umfangreichen Programm.
00:52:38: Zwölf Konzerte in einem Monat die alles umfassen was List anbelangt.
00:52:42: da geht es los am Donnerstag mit einem Salonkonzert, das Boris Bloch und Niky Wagner veranstalten werden.
00:52:52: Dann ab der Konzerte im großen Saal, dass Wiener Kamochester wird List und Wagner interpretieren.
00:53:00: Zwei großartige Klavierabende.
00:53:02: Martin Ivanov wird alle neunzehn ungerischen Rapsodin an einem Abend spielen also etwas was ich Bis jetzt noch nicht gesehen habe, dass sich das ein Pianist überhaupt zugetraut hat kann oder möglich war zu machen.
00:53:18: Die Violine wird ins Zentrum gerückt mit dem Grand-Dur von Franz Liszt, das die wunderbare Lydia Beitsch mit Donka Angatcheberg gestalten wird.
00:53:27: Dann kommt direkt am Liszt Geburtstag, der twentyzehnste Oktober Der hier auch gleichzeitig der Vorabend zum Siebzig-Jahrjubiläum Ungarnaufstand.
00:53:38: Da wird auch hier befeiert mit einem ungerischem Programm umlist, da kommt von Raccoon Cimache bis ungerischer Rab Sudin und das von mir heiß geliebte zweite List Klavierkonzert zur Aufführung wieder mit dem Wiener Kammorchestern und Katharina Titova am Klavier.
00:53:56: Ein weiterer Klavierabend, die großartige Sophia Gulliag wird sich dem Thema List und Tanz nähern.
00:54:02: Vom Totentanz bis zum Grand Galop Grammatik ist da alles am Programm.
00:54:07: Bis hin dann zur Faust-Symphonie mit der Wien Akademie unter Martin Haselböck.
00:54:11: Also alles was List umfasst, den Oktober des Fünffundzwanzigsten, List pur.
00:54:19: seien Sie herzlich willkommen in Riding beim List Festival!
00:54:21: Und alle Informationen auf der Website.
00:54:23: Alle
00:54:24: Informationen auf die Website und den Listfestival.at.
00:54:27: Ich freue mich besonders, dass das neue Listmuseum bereits von einigen Besuchern jetzt schon als das schönste Museum Österreichs bezeichnet wird.
00:54:36: also Auf nach Reiding!
00:54:41: Die letzte Musikeinspielung soll jetzt zeigen, dass Listeinfluss auf die Musikwelt auch weit über die klassische Musikszene hinaus ging.
00:55:02: Start any menu at beat of mine.
00:56:04: For low down quality they call it, Albany Rhapsody.
00:56:09: Instead playing music
00:56:12: like you do They supply a little classical voodoo.
00:56:16: They keep swinging while their singin' Albany
00:56:19: rhapsody.
00:56:21: It's got those licks, its got those tricks That Mr.
00:56:25: Litz would never recognize.
00:56:27: Its got that beat ,that
00:56:29: tropic heat.
00:56:51: Ich bin fest davon überzeugt, dass Kunst, Kultur und Musik nicht nur Behübschungen des Feierabends sind.
00:57:00: Sie sind etwas, was uns als Mensch zum Menschen macht.
00:57:04: Was unsere Zivilisation ausmacht.
00:57:07: Wir Musikerinnen und Musikern können mit unserer Kunst vielleicht die Welt nicht verbessern Aber wir können sie verschönen.
00:57:14: Und indem wir sie verschönen, verbessern wir sie Und daran glaube ich ganz fest.
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