#106 - Clara Schumann

Shownotes

Über diese großartige außergewöhnliche Frau gibt es soviel zu erzählen, dass eine Folge bei weitem nicht reicht! Clara Schumann war weit mehr als die Ehefrau des berühmten Komponisten. Die Pianistin Elisabeth Eschwé hat für ihre Konzertprogramme viel geforscht und in zahlreichen Briefen gelesen. Sie erzählt von einem strengen Vater, einer großen Künstlerliebe, acht Kindern, Robert Schumanns Krankheit und der besonderen Verbindung zu Johannes Brahms. Vor allem aber geht es um die Frage, warum Clara Schumanns eigene Musik so lange überhört wurde und weshalb sie heute wiederentdeckt wird.

Musikeinspielungen: 1. Klavierkonzert a-moll - Luisa Imorde & Bremer Philharmonie
2. Variationen über ein Thema von R. Schumann - Thema und 5. Var. - Elisabeth Eschwé
3. Er ist gekommen - Sibylla Rubens & Gerold Huber
4. Romanze op. 21/1 - Elisabeth Eschwé
5. Romanze op. 22/3 - Elisabeth Eschwé & Arkadij Winokurow
6. Klaviertrio g-moll, 3. Satz - Boulanger Trio

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Transkript anzeigen

00:00:03: Kulturmenü, der Podcast mit Angelika

00:00:08: Ordner.

00:00:12: Ich spreche mit meinen Gästen über bekannte Musikstücke aus allen Stil- und Zeitepochen.

00:00:19: Wir hören passende Musikbeispiele und versuchen in unseren Gesprächen einen neuen Zugang zur Musik zu ermöglichen.

00:00:30: Clara Schumann Als Pianistin auf den Konzertbühlen Europas gefeiert, von Publikum und Kritikern bewundert.

00:00:37: Zugleich Ehefrau eines berühmten Komponisten, Mutter von acht Kindern und das alles im neunzehnten Jahrhundert – eine Zeit in der Frauen nur selten als eigenständige Künstlerinnen wahrgenommen wurden.

00:00:50: Clara Schuman gehört zu dem bekanntesten Persönlichkeiten der Musikgeschichte.

00:00:55: Dennoch wird ihr Name bis heute häufig zuerst mit Robert Schuman verbunden.

00:01:00: Ihr Leben erzählt von künstlerischem Erfolg und familiären Verpflichtungen, von gesellschaftlichen Erwartungen und persönlicher Selbstbehauptung.

00:01:09: Diese außergewöhnliche Frau erlebte Verlust und Neuanfang – und wir fragen uns heute warum ihr Werk erst viele Jahrzehnte nach ihrem Tod wieder entdeckt wurde!

00:01:21: Ihr Klavierkonzert in Amol Op.

00:01:23: sieben wurde von ihr selbst, achtzehn fünfunddreißig erstmals öffentlich vorgestellt.

00:01:29: Sie hieß damals Clara Wieck und war sechzehn Jahre alt.

00:01:33: Es ist eines der erfolgreichsten Werke ihrer frühen Karriere.

00:01:37: Robert Schumann half bei der Orchesterierung Und schrieb in seinen Konzertbericht über den Konzerthabend der Veröffentlichung.

00:01:44: Das Erste, was wir hörten, flog wie ein junger Phönix vor uns auf der nach oben flatterte.

00:03:34: Elisabeth Eischwe ist Pianistin-Pädagogin studierte Dolmetscherin und Philosophin.

00:03:40: Sie hält Vorträge an Seminare über innovative Unterrichtsmethoden Und sie gestaltet Meisterkurse für Klavier und Kammermusik in Europa den USA und Asien.

00:03:51: Ich habe Elizabeth Esch für heute eingeladen, weil sie sich seit Jahrzehnten mit dem Werk von Clara Schumann beschäftigt und dazu bereits drei verschiedene Konzertprogramme auf die Bühne gebracht hat.

00:04:03: Elisabeth, vieles was wir heute über Clara und Robert Schumann wissen.

00:04:07: Wissen wir von zahlreichen Briefen, von vielen Tagebuchaufzeichnungen?

00:04:12: Und diese Texte spielen auch in deinen Konzertprogrammen eben eine große Rolle!

00:04:17: Und doch kannst du von deinem Erlebnis in den neunzehn-neunziger Jahren glaube ich aus Baden-Baden berichten dass uns zeigt das die Menschen trotzdem noch viel viel zu wenig über Clara Schummann wissen.

00:04:30: Ich fand es eine Schande, dass als ich, nach meiner Premiere in Wien mit dem ersten Clara Schumann-Programm war und auf ihren Spuren ihr Haus sehen wollte und ein bisschen das Nachempfinden wo sie gelebt hat.

00:04:45: Dass selbst im Baden-Baden mir niemand Auskunft über eine Clara Schuman geben konnte.

00:04:51: Ich hatte nur durch die Bücher wusste ich die Adresse Es war weder im Informationsbüro noch ein Taxifahrer wusste, zu dem Haus zu finden.

00:05:02: Das haben wir dann schließlich geschafft.

00:05:04: Ich konnte das Haus nicht besichtigen, das war im Privatsbesitz und die Dame hat mir wohl aufgemacht aber mich nicht hineingelassen.

00:05:11: Und dann fuhre ich also ziemlich frustriert in das Brahmsmuseum, dass unweit von dem Haus ist denn als Clara Schumann das Haus eighteen dreiundsechzig gemietet hat.

00:05:23: sie hat es nicht gekauft Um mit ihren Kindern besammeln zu sein, damals lebten noch sieben.

00:05:31: Hat sich Brahms sofort umgeschaut in der Nähe, um ein Quartier zu finden damit er zu ihr gehen konnte?

00:05:38: Denn diese Beziehung Brahms klarer über die wir wahrscheinlich noch sprechen

00:05:43: werden ist ein... Ja ganz sicher kommen wir dazu!

00:05:45: ist eine wirklich besondere gewesen.

00:05:47: Also ich kam zu diesem Brahmsmuseum, das ein bisschen auf einer Anhöhe liegt damit der Brahms-Wichtern erfahren habe schauen konnte ob er Menschen sieht die er eigentlich nicht treffen wollte so dass er bei der Hintertür wieder in den Wald hinausgehen konnte.

00:06:01: und es ist ein hübsches Museum.

00:06:03: und dort hab' ich dann die leitende Frau von dem Museum gefragt warum?

00:06:09: Ist eine klarer Schumann hier nicht bekannt im Baden-Baden?

00:06:14: Und da hat sie mir gesagt, ja weil die Deutschen eigentlich die Clara nur als Ehefrau eines berühmten Komponisten gesehen haben.

00:06:24: Dass sie ihn nicht besucht hat das wurde er auch vorgeworfen und jetzt sage ich dazu nicht wissend dass ihr das nicht durfte.

00:06:33: Sie hat zwei Jahre Land nicht einen einzigen Tag in diese Heilanstalt im Ende nicht gehen können.

00:06:40: Und diese Dame war aber sehr aufgeschlossen, ich habe ja von meinem Programm erzählt und sie wollte selber einen privater Schritt eine Clara Schumann-Gesellschaft gründen.

00:06:52: Die es heute gibt.

00:06:55: Das hat sich zum Glück geändert.

00:06:59: Ich bin dann mit diesem Programm das Clara Schuman's Leben von ihrem Sechzehnten bis zu ihrem Sechsundsebzigsten Geburtstag zeigt recht erfolgreich gewesen und war vor allem viel in Amerika auch.

00:07:14: Und dort war ich noch mehr erstaunt, das war dann in den Nullerjahren also bis hier im Jahr zweitausendfünf bin ich viel drüben gewesen.

00:07:21: dass die Leute nicht Bescheid gewusst haben, dass diese Frau komponiert hat, dass dieser Frau die wichtigste Virtuosin des neunzehnten Jahrhunderts war, dass sie das Konzertleben revolutioniert hat muss sich ein bisschen ausholen.

00:07:38: Vor ihrer Zeit oder zu ihrer Zeit als Kind hat man völlig durchgemischte Programme gemacht.

00:07:45: Da war eine Aarie, dann war eine kleine Uvertür, da war ein Gesang und dann war ein Trio.

00:07:52: Und sie hat zum ersten Mal eingeführt dass man geschlossene Werke spielt.

00:08:00: Sie hat zum ersten mal alles auswendig gespielt.

00:08:03: das war auch nicht am Wog.

00:08:07: Das wird dann eine Sensation in Wien, als sie später mit achtzehn Jahren in Wnen den ganz großen Erfolg hat.

00:08:14: Also dass die Frau sich in jeder Hinsicht über die Schranken der damaligen Zeit hinweg gesetzt hat und bestritten.

00:08:24: Andererseits hat sie das Rollenbild, mit dem Sie aufgewachsen ist, dass eine Mutter zu Hause ist, für den Mann dienen soll auch mitgelebt.

00:08:36: Ich glaube, sie war selber eine Zerissenei.

00:08:38: Das tragische daran war dass sie eigentlich hineingeschlittert ist von einer symbiotischen Beziehung mit ihrem Vater in eine symbiotische Beziehungen mit ihrem Mit Robert Schumann war für ihre eigene Karriere nicht unbedingt zuträglich.

00:08:53: aber diese Frau die am Klavier so unglaubliches geleistet hat das selbst ein Paganini Ein Chopin Und vor allem Franz Liszt, die sie persönlich spielen gehört haben von ihr in höchsten Tönen geschwärmt haben.

00:09:11: Die hat natürlich immer gespielt und da ist jetzt das was ich sage dass für mich als eine der modernsten Frauen des neunzehnten Jahrhunderts gilt denn Sie hat sich über alle Konventionen hinweggesetzt.

00:09:24: Sie ist im hochschwangeren Zustand aufgetreten muss ich kurz nachrechnen, von vierzig bis dreiundfünfzig.

00:09:33: Denn das Vierundfünftige-Jahr kann man nicht mehr mit rechnen.

00:09:36: also in dreizehn lebens- äh eher Jahren hat sie acht Kinder geboren eigentlich neun Schwangerschaften weil sie hatte eine schreckliche Fehlgeburt, achtzehnzweiund fünfzig und hat Ununterbrochen konzentriert.

00:09:52: Wenn man die Programme sieht, die sich gespielt hat ist man kann man das irgendwie gar nicht nachvollziehen, da wir selber ja auch klar spielen und wissen wie es physisch anstrengend ist.

00:10:05: Und damals zu reisen von Leipzig nach Petersburg, von Leibzig nach Dänemark, nach Belgien – nach Norddeutschland war einfach so beschwerlich gewesen und hat so lange gedauert.

00:10:20: Also damit habe ich die größte Bewunderung für diese Frau bekommen und hat mich dann eigentlich gereizt ihr Leben genauer nachzuzeichnen.

00:10:30: Aber jetzt hast du schon viel erzählt was sie so außergewöhnlich macht, aber es gab ja zu ihrer Zeit auch noch einige andere Frauen die ähnlich gelebt haben oder ähnlich waren wie sie Emilia Meier zum Beispiel die wurde als weiblicher Beethoven gefeiert oder die Schwester von Felix Mendelssohn die Fanny die komponierte über vierhundertfünfzig Werke am Konservatorium, die Louise Farang, die wir heute eigentlich auch nicht kennen.

00:10:56: Also das sind alles Namen, die man vielleicht nachlesen muss und diese Frauen waren aber zu ihren Lebzeiten alle bekannt und großartig und sie sind dann alle verschwunden aus den Lehrbüchern, aus den Notenbüchen.

00:11:12: Wieso jetzt die Clara Schumann wieder in unserem Vorgespräch gesagt hat so gehypt wird ist zwar im Glück Aber die vielen anderen dürfen wir auch nicht vergessen.

00:11:24: Na, ich glaube jetzt gibt es aber schon eine Welle

00:11:27: von

00:11:28: Komponistinnen und die Namen, die du erwähnt hast sind ja nicht unbedingt Frauen, die sich über das gesellschaftliche Rollenbild hinweggesetzt haben.

00:11:38: Eine Fanny Mendelssohn hat sich da ganz hineingefügt.

00:11:41: Sie schreibt wie unglücklich sie ist dass sie ein Nichts ist gegenüber ihrem Bruder.

00:11:46: Sie darf nicht publizieren Vorrecht eine hervorragende Bildung zu bekommen, in gleicher Weise wie der Bruder.

00:11:54: Aber publiziert hat dann erst später ihr Mann und ihr Sohn also ihr Eigenbild oder von einer Almarmaler werfelt wenn man weiß wie begabt diese Frau war die da nicht komponieren durfte die das schriftlich sozusagen bestätigen musste dass sie ihren Mann Gustav in keiner Weise daran behindert uns aufhört zu komponnieren.

00:12:17: Also diese Frauen waren, und ich bin überzeugt das es noch viele andere berühmte Frauen gab damals die aber nicht sich der Öffentlichkeit stellen konnten.

00:12:30: Denn die Fani Mendelssohn natürlich unglücklich darüber dass sie nicht, die war auch eine hervorragende Pianistin hat dann diese Sonntagsmusiken in Leipzig gemacht.

00:12:40: Das heißt sie hatte in ihrem Haus Ich kenne den Salon, der hat so ungefähr fünfzig Quadratmeter.

00:12:47: Hat sie Sonntag für Sonntags ihre bekannten und Freunde eingeladen zu konzentrieren und hat auch selbst gespielt.

00:12:55: Und was für eine große Frau das gewesen sein muss sieht man daran als sie leider so früh verstarb dass die Clara Schumann in ihrem eigenen Tagebuch vermerkt hat dass eine viel größere als Sie dahin gegangen ist.

00:13:10: Sie haben sich sehr geschätzt?

00:13:11: Ja!

00:13:13: und schon in Mendelssohn, Felix auch.

00:13:15: Also ich meine wir können als Menschen des einundzwanzigsten Jahrhunderts nicht nachvollziehen wie Frauen im neunzehnten Jahrhunderte sich dreingefügt haben.

00:13:26: Frauen waren Besitz des Mannes sowie Möbelstücke.

00:13:31: er hatte andererseits die Verpflichtung zu beweisen vor einer Eheschließung dass er seine Frau erhalten kann.

00:13:41: Wenn das nicht so wäre, hätte zum Beispiel jede... Ich meine ich glaube die Intimen und auch die persönlichen Beziehungen waren genauso wie heute.

00:13:52: Nur können wir sie anders ausleben weil wir freier sind.

00:13:56: Und dass die Marianne Bargiel, die Mutter von Clara, die eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit ihrem Vater hatte sehr schnell geheiratet hat, weil sie schwanger war in, glaube ich, sechs Ehejahren fünf Kinder zur Welt gebracht hat und die kleine Clara sich...und von ihm weggegangen ist.

00:14:19: Das muss man sich auch vorstellen!

00:14:20: Ich glaube also dieses Selbstbewusstsein oder Selbstbehauptung hat die Clara auch von ihrer Mutter mitbekommen.

00:14:29: Diese Marianne geht mit dem kleinen Victor der leider dann einjährig verstorben ist und der fünffjährigen Clara verlässt ihren Mann Und hat keine Sicherheit.

00:14:42: Die war bei einem bekannten Pianistin und, glaube ich, eine Pädagogin.

00:14:46: Ich glaube die hat darauf vertraut dass sie so dann ihr Geld verdienen wird.

00:14:49: Sie hat dann später einen Mann kennengelernt und nochmal geheiratet aber zu dem Zeitpunkt als sie wegging habe ich in keiner Quelle gelesen das sie abgesichert war.

00:14:58: Sie geht im Mai unter.

00:15:02: Friedrich Wieck, klares Vater schreibt ihr dass sie am September das Kind zurückgeben muss Und sie muss, sie ist nach Plauen gegangen und sie musste das Kind dann der Arme übergeben.

00:15:17: Also dieses Trauma dass die kleine Clara erlebt hat plus dem Tod ihres kleinen Bruders hat meiner Meinung nach dazu geführt, dass sie sich von der Welt abgekapselt hat und nicht gesprochen hat bis zu ihrem achten Lebensjahr war sie sagen wir mit heutiger Sicht sprachbehindert.

00:15:35: ein gewisser Mutismus der ganz bestimmt damit zusammenhängen muss, denn aus den hunderten Briefen die sie geschrieben hat sieht man wie eloquent die Frau war.

00:15:45: Aber vorher noch bevor Sie zur eloquenten Frau wurde beziehungsweise zum sehr frühreifen Mädchen würde ich jetzt mal sagen wir hören dann auch einen Brief wie sie formuliert hat.

00:15:57: War sie in der Oper dieses wahnsinnig strengen Vaters?

00:16:03: Der ihr halt doch alles beigebracht habt.

00:16:06: Klavierlehrer oder ihr Klavier-Lehrer und hat sie aufs strengste ausgebildet?

00:16:13: Ja, das ist so das herkömmliche Bild von ihm.

00:16:18: Da ich ja auch unterrichtet habe und noch immer unterrichte, hat mich seine Klavierunterricht sehr interessiert.

00:16:24: Und es liegt in der Wiener Nationalbibliothek, seine Handschrift.

00:16:28: Und da sieht man dass er sehr fortschrittlich war.

00:16:32: Damals

00:16:32: schon!

00:16:35: Stricktes Konzept gehabt.

00:16:38: Er hat sehr bald gemerkt, dass die es sehr gut hört und hat mit fünf Jahren den Klavierunterricht begonnen.

00:16:44: Man weiß aber, dass ihre Mutter davor sich schon unterrichtet hat.

00:16:48: Und zwar nur nach Gehör also mit ruhig liegender Hand Begleitungen, Akkumpaniments zu Liedern zu spielen ohne Noten.

00:17:00: das habe ich dann selber auch übernommen mit meinen Schülern ein Kind, ein Kinderlied singen zu lassen und dann mit der linken Hand begleiten.

00:17:08: Wenn das Kinder zusammenbringen habe ich gemerkt es ist eine fantastische Schulung fürs Gehör.

00:17:14: Harmonie ohne jetzt Theorie zu wissen sondern nur nach Gehören.

00:17:18: Dann hat er sie zum Fantasieren auch gebracht.

00:17:23: Es gibt von Czerny einen Anleitung zum Fantassieren.

00:17:27: Jetzt sagen wir genau in dem Stil dieser damaligen Zeit.

00:17:30: Das hat sie jahrelang betrieben.

00:17:33: Sie konnte mit acht Jahren in alle Du- und Mollarten transponieren über den Leitton der Dominante.

00:17:42: Und was auch, wir wissen so viel muss ich jetzt einschränken sagen weil Herr Wieg ein Tagebuch geführt hat dass er am Anfang ganz sicher selbst geschrieben hat wo er sich auch ziemlich protzt mit den Erfolgen der Kleinen klarer.

00:17:58: Andererseits muss man sagen, dass er sie als Lehrer nicht überfordert hat.

00:18:03: Sie hat zwar täglich eine Klavierstunde bekommen – Täglich!

00:18:08: Da geht was weiter.

00:18:10: Vor allem ist diese Konsequenz da, wenn man das je gemacht hat weiß man wie furchtbar das ist.

00:18:21: Also eine tägliche Klavier-Stunde und zwei Stunden eigenes Üben aber mindestens zwei Stunden pro Tag an die frische Luft gehen.

00:18:30: und dann dürfen wir nicht vergessen, dass es damals keine Ablenkung

00:18:34: gab.

00:18:35: Es wurde dann finster und dann ist man schlafen gegangen aber man hat außer selbst zu spielen keinerlei Ablenkungen gehabt.

00:18:43: Man hat einander vorgelesen Aber das Kind ist ja in Ruhe groß geworden Und sie war so begabt.

00:18:55: Eben.

00:18:55: mit neun Jahren traut er sich und er war ein guter Geschäftsmann.

00:19:00: Du hast gesagt Klavierlehr, aber auch Klavierhändler.

00:19:03: Und zwar ein sehr erfolgreicher.

00:19:05: Er hat mit den Franzosen, Englandern, Russen, Wienern Klaviere gehandelt.

00:19:11: Er war bekannt in Deutschland.

00:19:13: Also er hatte einen sehr großen Realsinn gehabt.

00:19:19: Diesen Realsin hat die Clara auch geerbt!

00:19:21: Die hat über ihre Finanzen genau Bescheid gewusst.

00:19:24: Da fällt mir was Lustiges ein, sie war so gut im Managing ihrer materiellen Dinge dass sie sogar den Braums geholfen hat.

00:19:35: als sie also fünftig und sechzig Jahre alt war gibt es Briefe wo sie sagt bitte schick mir doch das damit ich das anlegen kann weil du machst das nicht wahr?

00:19:44: Also die war... Wie soll ich das sagen?

00:19:49: Wenn man das alles gibt und es hat mich fasziniert, weil mich diese Pädagogik von Friedrich Wigg interessiert hat.

00:19:56: Der gegen die wiener Krabbelmanier so hat er das genannt unterrichtet hat.

00:20:03: Und was mir sehr gut gefallen hat dass er eben gemeint hat Technik als Mittel ist ganz schädlich.

00:20:10: Technik aus Zweck hat er gesagt fällt die ganze

00:20:15: Musik weg.

00:20:17: So ein ähnlicherein ist das.

00:20:19: Das heißt als Selbstzweck und man muss lernen aus seinem Innern zu spielen.

00:20:27: Und das hat man an ihrem Spiel auch immer sehr bewundert, dass sie sozusagen sehr individuell, sehr kreativ und sehr einfallsreich gespielt hat abgesehen von einer makelosen Technik.

00:20:42: Also Sie wurde als Wunderkind Bekannt in frühester Zeit vom Vater gemanagt.

00:20:48: Sie ist als Kind schon auf Konzertreisen gewesen.

00:20:52: und

00:20:53: dann kamen dieses Haus der Robert Schumann.

00:20:58: Ja, ich versuche es kurz zu machen weil... Ich habe wirklich durch reinen Zufall die Clara kennengelernt eigentlich Weil ich ein Konzern für Inamirica zusammengestellt habe wo ich über Schubert und Brahms beziehung zu Schupert recherchiert habe.

00:21:17: Und lange in der Albertina, damals war die Musiksammlung der Nationalbibliothek noch in der Alperdiener oben im letzten Stock mit Blick auf den Burggarten Traum haben.

00:21:26: Ja sehr schön!

00:21:27: Abwärtsplatz... ...und hab' die Briefe Clara Schummern Johannes Brahms gesehen.

00:21:33: Da das keine Auslei-Bibliotek ist bin ich dort wochenlang im Sommer gesessen und hab' das gelesen.

00:21:38: Also du hast zuerst die Briefe?

00:21:41: Zwischen Brahms und Klare?

00:21:43: Ja.

00:21:45: Da ist mir die Idee gekommen, diese Frau ist ja unglaublich!

00:21:49: Und wenn ein Brahms sie so schätzt, so ein Musiker ihre Kompositionen so schetzt habe ich mir gedacht dann fange ich mit dieser Frau an und warum mich das mit Texten auch gemacht hat, dass verdank ich auch wieder einer Frau.

00:22:06: also ich glaube Die Begegnungen von Menschen, die uns fördern, kann man gar nicht genug schätzen.

00:22:12: Ich hatte das Glück eine genialische Ausspielerlerin zu haben.

00:22:16: Da war ich zwischen den thirty und vierzig, die mich ermuntert hat dazu.

00:22:21: Und so ist überhaupt mein erstes Programm entstanden!

00:22:26: Dass man sowas auf die Bühne stellt, habe ich eigentlich durch dieses Vierhändig-Spielen über Schubert und Brahms in Amerika kennengelernt.

00:22:33: Wenn da hab' ich mich schon getraut, Briefe eines Beethoven oder einem Brief von Brahms überschubbert vorzulesen bevor wir das Stück gespielt

00:22:43: haben.".

00:22:44: Und die Washington Post, die einen No Name Elisabeth Eschwayer – ich war völlig unbekannt – dann eine tolle Kritik geschickt hat, war Da war ich bestärkt eigentlich, dass das für den Publikum interessant ist.

00:22:58: Dass man also nicht nur

00:23:00: die Stücke spielt sondern auch die Geschichte erzählt?

00:23:03: Ja einen Hintergrund, einen persönlichen Hintergrund des Komponisten erfährt.

00:23:09: Da haben wir auch dieses von innen sozusagen Wenn die Clara erzählt über ihre Problematik, dass sie wieder schwanger ist Und das eigentlich gar nicht will, aber wie wir alle wissen keine Empfängnisverhütung damals.

00:23:26: Dass sie einfach dem ausgeliefert war und sich in einem wunderbaren Buch an zwei Freundinnen empfehlen kann wo sie von Frau zu Frau schreibt.

00:23:37: Dieses Buch war für mich als Frau natürlich auch spannend.

00:23:40: Wo sie ganz anders schreibt als offizielle Briefe oder brieferen Männer.

00:23:46: Und dieses Wunderkind hat aber Das war Glück und Unglück.

00:23:54: Nichts im Leben hat nur eine Ebene, dass dieser Schumann in ihr Haus gekommen ist, war auch ein großes Glück für sie zu dem Zeitpunkt weil Sie waren erst

00:24:05: acht

00:24:06: oder neun.

00:24:07: Ich glaube neun, er ist gekommen.

00:24:09: Achtundzwanzig also war sie neun.

00:24:12: Jetzt muss man sich den Haushalt vom Weg so vorstellen das alles genau geregelt war.

00:24:16: Er hatte zwei Brüder Also echte Brüder noch, die von der Mutter geboren war Gustav und Altwin.

00:24:24: Die er angebrüllt hat, die er geschlagen hat.

00:24:28: Und das kleine klarer Kind sitzt unter dem Klavier und kriegt alles mit Hat einen exzellenten Klavierunterricht Aber Musik war die einzige Sprache die sie hatte.

00:24:40: Mit neun Jahren kommt ein Mann herein Der Klavier lernen wollte vom Weg.

00:24:45: Der Weg war auch ziemlich präpotent und eingebildet, hat also der Mutter vom Schumann erklärt er würde ihn zu einem Pianisten ersten Ranges ausbilden.

00:24:55: Also wie ein Mensch das sagen kann ohne zu wissen wie sich so eine Entwicklung wie das weitergeht fand ich unerhört.

00:25:03: Also am Selbstvertrauen hat es dem Herrn Wicksicher nicht gemangelt.

00:25:07: Kurz und gut damals lebten ja die Schüler bei den Lehrern was natürlich auch mir Initiativen gezeigt hat, dass ich gar auf privater Ebene Schüler fördere oder auch mit ihnen besammen bin.

00:25:25: Weil man dadurch einen anderen Austausch hat weil die Menschen, weil wir einander befruchten können und dieser Schumann kommt also ins Haus ist sanft, ist romantisch erzählt Geistergeschichten bringt sie zum Lachen redet mit ihr erzählt ihr Charaden.

00:25:44: Also das muss für sie ein Lichtblick gewesen sein.

00:25:48: Ja, sieht Sie?

00:25:49: Das ist eigentlich der erste Mann, der sie richtig sieht!

00:25:52: So kann man sagen und bewundert sie.

00:25:57: Der Weg geht extrem klug vor in der Berechnung wie er das Kind auf die Bühne bringt.

00:26:04: mit acht Jahren lässt sich schon öffentlich spielen aber nur in einem bekannten Kreis.

00:26:10: Und mit elf Jahren erst Wagt es, das muss man sich vorstellen, das Gewandhaus in Leipzig zu mieten.

00:26:18: Er muss das Haus mieten, er muss für den Verkauf der Karten sorgen.

00:26:22: Er muß die teuren Wachskerzen kaufen zur Beleuchtung und die Abrechnung machen.

00:26:28: Und er steigt mit einem Gewinn von dreißig Talern aus.

00:26:32: Dreißig-Taler waren so viel dass eine Familie eine Dreizimmerwohnung für ein Vierteljahr mitten konnte.

00:26:41: Und das hat dann mit einem Konzert eingegangen?

00:26:43: Mit

00:26:43: einem Konzer, das war der Rheingewinn.

00:26:46: Es hat insgesamt, glaub ich, acht und ein halbe oder so gekostet.

00:26:49: und da Rheingewinnen waren dreißig Taler.

00:26:53: Und davon steht im Tagebuch habe ich meinem Vater zwanzig Talern gegeben.

00:26:59: er wollte nicht mehr nehmen aber Ich werde dafür sorgen dass die zehn Taler werde ich sie einladen in Kuchengarten.

00:27:06: War ein berühmtes Konditorei.

00:27:11: Diese Sache, dass der sehr geschäftsüchtig war, fällt ihr dann später auf den Kopf.

00:27:16: Weil jetzt überspringen wir vielleicht von neun bis sie einundzwanzig sind und endlich den Robert Schumann heiraten kann und im Prozess gegen den Vater steckt versucht sie die Gewinne, die sie eingespielt hat als Junge, die der Vater ja einkassiert hat zu bekommen – und das macht er nicht!

00:27:38: Da kommt in ihr schon sehr viel Feinschaft gegen ihn auf, aber wir wissen alle was Ambivalenz ist und ich glaube diese Frau ist von einem ambivalenten symbiotischen Beziehung in die zweite gegangen im Schumer.

00:27:57: Also ich glaube da wir so viele Aufzeichnungen haben – alle Tagebücher, alle Briefe sogar die Prozessunterlagen wie soll ich sagen, ein Zittenbild eines Psychogramms das wahrscheinlich gar nicht selten

00:28:15: war.

00:28:16: Ja du redest so viel von den Decks.

00:28:18: nicht würde ich bieten dass du jetzt einmal einen vorliest und zwar habe ich dich gefragt ob du einen Lieblingsbrief hast von ihr?

00:28:26: Mehr!

00:28:26: Es ist immer schwierig sich dann festzulegen aber du hast dich glaube ich entschieden für einen.

00:28:31: da war sie achtzehn richtig Sie war noch nicht verheiratet mit dem Robert Aber sie hatten glaub ich schon... ...sich geküsst.

00:28:39: Es war schon die heimliche Verloberung.

00:28:41: Und die Verlohrung war schon?

00:28:42: Ja, das war zu dem Zeitpunkt wo der Weg sich getraut hat mit der achtzehnjährigen Klaren nach Wien zu gehen.

00:28:52: Wien war damals schon die Hochburg nicht wahr?

00:28:55: Beethoven war

00:28:57: eine riesige

00:28:57: Größe und sie hat nicht nur ein Konzert gegeben, sie hat mehrere gegeben eine Beethoven-Sonate zu spielen, nämlich die Abassionata.

00:29:09: Das muss man sich vorstellen in Wien wo ein achtzehnjähriges Mädchen kommt das völlig unbekannt ist und zweiten sich traut Werke von einem Herrn Schumann zu spielen den kein Mensch natürlich gekannt hat weil sie schreibt an den... ich geh jetzt noch einen Schritt zurück.

00:29:28: Sie haben sich heimlich verlobt Die große Kusszene wo sie fast ummächtig wurde.

00:29:33: es passiert wie sie siebzehn war Und der Weg geht mit der Tochter über Prag.

00:29:39: Er hat also sie auch wiederum sehr klug abspielen lassen, wie wir das nennen.

00:29:44: Sie hat dasselbe Programm immer wieder gespielt in ein paar Stationen bis sie dann nach Wien kommt.

00:29:50: Ach Schlau!

00:29:51: Blatt und generalproben natürlich.

00:29:52: Ja natürlich.

00:29:54: Und sie schreibt dem Robert ach wie lustig.

00:30:00: Ich darf natürlich das nicht sagen, aber wenn man mich so fragt in den Gesellschaften wer ist denn eigentlich dieser Schumann?

00:30:07: Was macht der?

00:30:09: Dann muss ich immer lachen und erzähle dass er sein ganz großer Komponist ist.

00:30:13: Also dieses Mädchen traut sich Werke von Schummern vorzuspielen.

00:30:17: Dazu muss man sagen, dass ab dem elften Lebensjahr also ab Die besten Klavierstücke schreibt.

00:30:33: Da bin ich auch aus dem Laufe der Zeit draufgekommen.

00:30:36: Seine Obfaschingsschwang, ob Davidsbündler, ob Karnaval die Zettur-Fantasie, die symfonischen Ätypen ganz abgesehen von den Kinder-Szenenwahlszenen... Ja alle diese großen Werke sind in dieser Zeit, in dieser engen Verbindung mit Clara Schumann entstanden.

00:30:58: Ja, eine Frage noch dazu.

00:31:00: Aber hat sie denn unter dieser strengen Abwut des Vaters ihre Konzertprogramme selbst bestimmt?

00:31:07: Es wird doch der Vater gesagt haben jetzt spielst diesen Ablauf oder dann nimmst du die Stücke vom Robert dazu.

00:31:17: Oder war das Ihre Idee?

00:31:18: Das

00:31:19: war Ihre Idee

00:31:19: Und der Vater hat Sie lassen?

00:31:21: Der Vater war musikalisch gluck genug.

00:31:25: Er hat die Werke von ihm sehr wohl geschätzt.

00:31:28: Nur nicht das Persönlichkeit, aber wie das wirklich zustande kam wissen wir eigentlich nicht.

00:31:36: nur wenn das Mädchen diese Stücke einstudiert hat und aus einem Brief weiß ich zum Beispiel die Fismol Sonate dass sie das bewusst gespielt hat.

00:31:49: Das war zu einer Zeit wo der Vater verboten hat Einen Schritt zurück.

00:31:54: Der Schumann schreibt dem Vater einen Brief und bietet um die Hand seiner Tochter, das weiß er abruppt und brüßt zurück.

00:32:04: Und dann beginnt die Zeit des echten Dilemmas weil die Clara darf ihn nicht sehen.

00:32:09: Er wird aus dem Haus geschmissen, sie darf den Robert nicht mehr sehen.

00:32:12: Sie dürfen auch nicht Briefe schreiben aber sie schaffen es durch Mittelsmänner zum Beispiel in Herrn Fischhof in Wien sich einander trotzdem Briefen zuzuschicken.

00:32:23: Das ist natürlich aber eine Förderung eigentlich dieser heimlichen Liebesbeziehung.

00:32:28: Wir wissen je größer die Widerstände sind, umso mehr bindet das die beiden aneinander.

00:32:34: Also der Herr Wieg hat insofern psychologisch nicht klug gehandelt Aber sie traut sich in dieser schwierigen Zeit weiter drüber.

00:32:43: schreibt sie später So an den Robert dass sie diese Fissmoll Sonate gespielt hat Um ihn wenigstens öffentlich zu berühren um wenigstens öffentlich diese Sonate ihren Schmerz auszudrücken, beziehungsweise eigentlich seinen Schmerzen.

00:33:00: Die Fissmol-Sonate ist unglaublich schön aber...

00:33:04: Voller Sehnsucht!

00:33:06: Ganz genau.

00:33:08: Und die Werke hat sie alle bekommen zum Teil ungedruckt.

00:33:13: Aber sie hatte so ein phänomenales Gedächtnis gehabt dass sie ja ganz schnell aussenlig gelernt hat

00:33:19: Und sie konnte aufgrund ihrer großartigen Ausbildung auch nur anhand des Notenmaterials erkennen, ob das gut ist oder nicht.

00:33:26: Genau!

00:33:27: Also liest doch bitte mal den Brief vor.

00:33:30: Das war also... Da war Sie im Prag?

00:33:32: Das ist ein zwölfter November, achtzehn, sieben und dreißig abends.

00:33:37: Das ist bevor es sich dann nach Wien geht.

00:33:39: Lieber Robert, dein Brief hat mir eine unaussprechliche Freude gemacht.

00:33:45: Ich bekam das Zittern im ganzen Körper vor Freude, als sie mir in Nanni aushandigte.

00:33:51: Doch nun erlaube mir erst ein wenig zu zanken und dir zu sagen dass du ein ungenügsamer Mensch bist.

00:33:58: Erst wolltest Du in acht Wochen einen Brief haben dann in vier Wochen Und nun schreibe ich Dir in drei Wochen und du beklagst Dich!

00:34:08: Ich glaub

00:34:08: fast...

00:34:09: Du willst mich schon ein wenig im Voraus die Herrschaft des Mannes fühlen lassen?

00:34:15: Schon gut Ich denke, wir werden uns vertragen.

00:34:20: Und nun was das Verheiraten betrifft?

00:34:23: Das ist allerdings bedenklich!

00:34:25: Wenn nun so ein Diamant käme, der mich so blendete, dass ich Eusebius Floristan und wie sie sonst noch heißen vergesse... ...und du läsest am Ende in den Zeitungen Verlobung des freulen Klare Wieg mit dem Herrn von Perlenschnur oder Diamantenkrone.

00:34:45: im Ernst aber….

00:34:46: Bin ich ein kleines Kind, das sich zum Altar führen lässt wie zur Schule?

00:34:52: Nein Robert.

00:34:54: Wenn du mich kind nennst Das ist so lieb.

00:35:00: Aber wenn du mich Kind denkst Dann trete dich auf und sage Du erst Vertraue mir vollkommen.

00:35:09: Nun träum recht viel schönes von einem Mädchen, der so treu geliebt hat wie keines.

00:35:18: Da

00:35:20: steckt schon alles drin.

00:35:21: Die Herrschaft des Mannes, also so wie du vorhin gesagt hast wir dürfen nicht von unserem heutigen Denken.

00:35:27: aber es ist unfassbar dass ein achtzehnjähriges Mädchen eine junge Frau solche Zeilen verfasst

00:35:35: noch dazu wo sie ja durch diese Trennung durch die örtliche Trennung eher nicht wirkliche Verbindung hat mit ihm.

00:35:43: Sie weiß er gar nicht was ja heimlich verlobte macht.

00:35:47: Also

00:35:49: ich finde diese ganzen Briefe, wenn man da mehrere liest das ist wie Musik eigentlich.

00:35:54: Weil die Sprache auch so schön ist und weil man sich so gut hinein denken kann.

00:35:58: wir kommen dann eh gleich wieder zu Musik.

00:36:00: Ich wollte nur kurz noch sagen dieser Durchbruch in Wien Da wurde sie ja dann auch im März-Achzehn-Achtunddreißig zur

00:36:10: KK

00:36:10: Kammervirtusin ernannt.

00:36:13: Das war eine der höchsten musikalischen Auszeichnungen des Habsburger Reichs in diesen jungen Jahren.

00:36:19: und da schreibt sie eben in einem Brief, das kannst du sicher zitieren weil du kennst diese Briefe glaube ich eh alle auswendig über dieser Wiegtorte.

00:36:27: es gab in den Kaffeehäusern eine Torte die nach ihr benannt wurde.

00:36:31: Es war ein Wettbewerb Ein Wett Bewerb?

00:36:33: Ein Wetzbewerbs.

00:36:34: in Wien kann nur in Wyn passieren dass die Kontitoren einen Wettbewerb hatten, wer die beste Wegtorte macht.

00:36:43: Nun muss ich Sie vorstellen!

00:36:44: Und dann wurde eine kreiert und sie schreibt im Robert Ich komme gerade vom Kaiser und esse eine Wassersuppe und musst dir schreiben wie schön das Konzert war.

00:36:54: Und ha-ha!

00:36:55: Also ist jetzt nicht gelesen?

00:36:57: Ja,

00:36:57: ich sage ja

00:36:58: du kamst die Briefe

00:36:58: aus, Fendrik!

00:37:00: Ha-ha, wie lustig!

00:37:01: Stell dir vor man hat kreierte eine Worte a la Vic Ein flaumiges Etwas, das sich von selbst in den Mund spielt.

00:37:11: Ja?

00:37:11: Ist es...

00:37:12: Eine ätherisch hingehauchte Mehlspeise.

00:37:15: Also da sind die Warnorte genau!

00:37:17: Von selbst in dem Mund spielt.

00:37:19: Das müssen wir uns merken.

00:37:20: wenn eine Torte besonders gut ist dann spielt sie sich von Selbst in den Mond.

00:37:24: Sie spielen nämlich diese Ausdrucksweise nicht?

00:37:27: Wenn der Herr Grillpazer war bei diesen Konzerten anwesend, er hat ein Sonnet auf sie geschrieben.

00:37:33: und was mich beeindruckt hat wie ich dieses Sonnett lese.

00:37:36: Denn ich habe ja erzählt, sie hat Beethoven gespielt.

00:37:39: Siebenunddreißig, da war der Beethoven neun Jahre tot, war ein Star und war eine Kultfigur.

00:37:46: Und er schreibt dass dieses Mädchen das Geheimnis Beethovens gelüftet hat.

00:37:53: Hat der Grillpazer geschrieben?

00:37:54: Ja.

00:37:55: Entschuldige Vorher, das geht sich auch noch aus... Sie hat ja auch Goethe vorgespielt!

00:38:00: Ich würde meinen, dass ist nur weil Herr Geheimrad eine berühmte Figur war.

00:38:04: Von Musik hat er meiner Meinung nach nicht sehr viel verstanden.

00:38:07: Naja aber wenn wir heute sagen sie hat dem Goethen vorgespült und der Grill Pazer hat das über sie geschrieben also um auch ein bisschen gespürt zu kriegen, dass die halt wirklich völlig großartig

00:38:21: Ja, ja!

00:38:22: Also dass er sie überhaupt vorgelassen hat.

00:38:25: Und er schreibt das Einzige was ihm aufgefallen ist dem Herrn Geheimrat.

00:38:28: Dass er schreit dieses Mädchen spielt wie zehn Jungen.

00:38:32: Diese Kraft oder diese Präsenz.

00:38:35: aber was ich viel bemerkenswerter finde ist Chopin und Paganini.

00:38:40: Die beiden waren ... Paganinik lernt sich schon in Leipzig kennen.

00:38:44: Da war sie mit zehn Jahren da der Paganine vier Konzerte gegeben Und sie hatte ihm vorher vorgespielt, Eigenkompositionen und er hat ihr dann im Konzertsaal eigens einen Stuhl auf die Bühne bringen lassen damit sie ihn besser hört.

00:39:00: Das muss man sich vorstellen!

00:39:02: Und hat sie auch auswertigen Kritikern vorgestellt?

00:39:09: Er schreibt in ihr Stammbuch, glaube ich kann man sagen.

00:39:13: Eine handschriftliche Eintragung von ihm, also Noten und eine Harmonisierung der chromatischen Tonleiter in der Gegenbewegung einfach so hingeschrieben.

00:39:23: Zu Erwidmungen hätte ich auch

00:39:25: Gott zu tun.

00:39:27: Ja absolut!

00:39:29: Das war noch bevor der Schumann kam und Chopin lernt sie dann in Paris kennen zweimal im Jahr, in dem der Vater mit ihr nach Paris ist gefahren.

00:39:44: Wir müssen uns vorstellen, so wie heute eigentlich kannst du nur reussieren wenn du Menschen kennst.

00:39:51: und die damals wichtigen waren in Paris das war ein Zentrum und da hat sie auch den schon vorgespielt und sehr angetan.

00:40:02: Da gibt es aber sonst

00:40:03: keine

00:40:04: Aufzeichnungen darüber.

00:40:06: Ja, und zum Beispiel der Spor sagt uns allen was da war.

00:40:11: Der empfiehlt sie weiter und lobte vor allem ihr kompositorisches Können.

00:40:15: Sie hat ja bereits... also diese.

00:40:18: sie hat viel komponiert.

00:40:20: durch die Heirat und durch neuen Schwangerschaften Und durch dieses grauenhafte Ende mit Schumann wo sie einfach nur mehr Klavier spielt um ihre Kinder zu erhalten bricht das Komponieren ab.

00:40:32: aber sie hat in den Jahren, wo sie zehn, elf, zwölf ist.

00:40:38: Vier Polonesen Kapri so in Form der Walz entzückende Walzer ganz witzig mit so Anspielungen schon paus sogar finde ich.

00:40:47: Ganz schöne Werke die auch auf die CD genommen hat dann Romance-Varié, dann Walzromantik Katarpiz Charakteristik.

00:40:55: Sie schreibt also sehr viel und Wenn sie nicht unterbrochen hätte, glaube ich.

00:41:04: Hätte noch mehr entstehen können aber... Ich meine mit so einem Lebenslauf und mit so einem Schicksal Und mit so einen Mann der absolute Ruhe braucht, der sich nicht gestört werden darf Der physisch- und psychisch labil ist Ich habe die erste Wohnung gesehen in Leipzig Mit achtzig Quadratmetern, neunzig Quadranten, drei Zimmer kann man sich auch nicht vorstellen, dass zwei kreative Menschen hier beide zu ihrem Recht

00:41:33: kommen.

00:41:34: Es geht gar nicht!

00:41:36: Ja hören wir ein Stück von Ihrer Musik... es gibt so viel zu erzählen, dass die Musik vielleicht ein bisschen zu kurz kommt heute aber das macht ja nichts.

00:41:45: Diese Beziehung zur Robert war halt sehr in diesen

00:41:48: künstlerischen

00:41:49: Schaffen

00:41:50: Vereint.

00:41:51: und da gibt es die Variationen über ein Thema von Robert Schumann, wo Clara die Wittmung dazu geschrieben hat.

00:41:58: Meinem geliebten Manne zum achten Juni, achtzehn dreiundfünfzig dieser schwache Wiederversuch von seiner alten Clara Das ist also jetzt das Thema.

00:43:11: was meint sie denn mit Schwacher Wiederversuche?

00:43:16: Also jetzt müssen wir bedenken Sie sind ungefähr aufgehört zu komponieren wie sie fünfzehntsechzehn war Die Jahreszahl weiß ich nicht.

00:43:26: Und dann die Ehe, die dreizehn Jahre Ehe hat sie praktisch nichts geschrieben.

00:43:31: Das erste Werk das Sie schreibt sind drei Fugen, die sie mit ihm gemeinsam macht und ein wunderbares Stück dass es mit wenig Tönen auskommt aber so unglaublich aussagekräftig ist schreibt sie zum Tod vom Schumann im Jahr sechsund fünfzig zu Weihnachten.

00:43:50: Das heißt liebevolles Gedenken.

00:43:52: Da sieht man aber, was diese Frau konnte.

00:43:56: Und im Jahr dreiundfünfzig da waren sie in Düsseldorf, da ging es ihm schon sehr schlecht.

00:44:01: er hatte zweiundfünftig einen furchtbaren Zusammenbruch.

00:44:05: Beda hat man versucht Sie hat eine Fehlgeburt erlitten im Herbst also es ging ja ganz schlecht.

00:44:13: und dann ziehen sie in eine andere Wohnung in Düsseldorf wo sich freie Luft atmet weil die so groß war dass ich im zweiten Stock wohnen konnte und spielen konnte

00:44:21: Ohne ihn zu stören.

00:44:24: Daher schwacher Wiederversuch, also sie war ja immer sehr kritisch mit sich selbst und oft auch nicht zufrieden Und daher hat sie das zu diesen Variationen dazu geschrieben.

00:44:34: Also bei diesem Thema was wir gerade gehört haben steht dabei ziemlich langsam.

00:44:39: Und die fünfte Variation finde ich so beeindruckend, weil da steht dann dabei Poco Animato.

00:44:44: Also ein bisschen belebt und das könnte man eigentlich wie einen Ausbruch oder als Befreiungskomposition bezeichnen.

00:44:54: Das ist die Variation mit den Oktafen?

00:44:55: Ja,

00:44:55: brauchen wir es mal kurz an!

00:45:11: Da kann man sich schon vorstellen, wie gut die gespielt hat wenn man auch das hört, weil das nicht einfach.

00:45:47: Nein also auch in der vierten habe ich lange geübt.

00:45:52: Muss man auch bedenken, dass dieses Mädel bereits mit zwölf oder dreizehn ausgewachsene Hand gehabt hat.

00:45:58: Sie konnte mühelos eine Dezime greifen?

00:46:01: Also das sind

00:46:03: große Hände!

00:46:04: Große Hände aber...eine Dezimes sind

00:46:07: so um zehn bis zum Zehntöne?

00:46:09: Ja

00:46:09: also zehn Tasten die man vom kleinen Finger bis zum Daumen erwischt.

00:46:13: für die, die halt nicht gewischt bin.

00:46:15: Ich kann es nicht greifen.

00:46:17: Ich muss alles appétchieren

00:46:19: Also trennen hintereinander.

00:46:21: Ja,

00:46:21: aber dadurch dass man damals sehr viel apäziert hat finde ich stört das nicht so in der Musik wenn man das machen muss aus physischen Gründen.

00:46:29: ja wir hören dich dann später auch spielen.

00:46:31: ich habe auch eine zwei Aufnahmen von dir vorbereitet.

00:46:34: Ich möchte aber vorher auch damit wir nicht nur so Klaviermusik hören.

00:46:38: also es ist natürlich Klavier Musik die sie geschrieben hat aber sie hat auch Lieder geschrieben.

00:46:43: Das war's ja schöne

00:46:44: Ja wunderbare Lieder und Ich weiß jetzt nicht, wie oft die vorgetragen werden oder in Konzertprogrammen gefunden wird.

00:46:54: Also ich habe noch nie von ihr in einem Konzernprogramm ein Lied gehört.

00:46:59: Man hört halt eh das übliche

00:47:00: ja?

00:47:01: Die Rückkart-Lieder werden schon gesungen.

00:47:04: Genau!

00:47:04: Die hat sie gemeinsam mit dem Robert geschrieben.

00:47:06: Ja, das war im sogenannten Liederjahr, also zur Hochzeit, und dann hat er zwölf Lieder herausgegeben.

00:47:14: Neun sind von ihm und drei von ihr, aber unter seinem Namen.

00:47:18: Er tut zwar so als ob das quasi gemeinsam ist, aber sie scheint nicht auf.

00:47:22: Ja also darf ich kurz anmerken?

00:47:25: Ich finde es nicht sehr sympathisch!

00:47:26: Es gibt ja sogar einen Textauszug, weiß nicht ob du den jetzt zu schnell bei der Hand hast wo er so ganz volumig umschreibt dass er eigentlich nicht möchte, dass sie genannt wird namentlich.

00:47:40: Er

00:47:40: schreibt Wir werden vieles unter unseren beiden Namen veröffentlichen.

00:47:45: Die Nachwelt wird uns als Einherz und eine Seele betrachten, nicht herausfinden was deines oder meines ist.

00:47:53: Ist natürlich Fariseatum, weil er hat es unter Robert Schummern herausgegeben.

00:47:58: Obwohl sie mitgetan haben?

00:48:01: Was ich immer noch nicht klarkomme, das zu verstehen, ihr Vater hat es ja wohl unter ihrem Namen.

00:48:06: unter klarer Wieg gibt es diese Komposition!

00:48:10: War es schon möglich?

00:48:12: Nur wenn Widerstände waren, dann hat halt eine Frau nicht veröffentlicht.

00:48:16: Beziehungsweise gibt's auch Frauen die unter einem männlichen Pseudonym veröffentlich haben.

00:48:20: Richtig!

00:48:21: Also das sieht man aber wie vorschrittlich der Herr Wieck war.

00:48:24: Ja also ich habe vorhin schon gesagt oder du hast es auch erwähnt dass sie sehr kritisch war mit sich selbst immer.

00:48:31: Das liegt vielleicht auch an der Ausbildung des Vaters und

00:48:36: in ihrem eigenen künstlerischen Anspruch.

00:48:40: sehr hoch war.

00:48:42: Glaubst du, hat sie selbst gefunden dass sie eine gute Komponistin ist?

00:48:47: Weil da gibt es immer wieder Briefe wo sie selber sagt ach das ist nicht gut genug und so.

00:48:52: und dann gibts aber ein Lied was ich gleich einspielen möchte das heißt er ist gekommen in Sturm und Regen.

00:48:58: Das ist so ein großartiges Lied und das hat sich auch selber dann ihren Konzertprogrammen hinzugefügt.

00:49:04: also dass wir sie selber auch gut gefunden haben.

00:49:37: Sie hat sich so klein gemacht, immer nur vor dem Robert.

00:50:35: Dass sie sagt ach du bist der große Komponist und ich bin ja nicht gut oder hat sie... Ich glaube das

00:50:40: hat sie selber auch für sich geglaubt.

00:50:42: Hat wirklich?

00:50:43: Ja!

00:50:43: Auch gegenüber den Brahms hat sie sich immer klein gemacht.

00:50:47: Das hat viele Ursachen.

00:50:48: Ich glaube dass eine ist, dass sie sozusagen auch ... Sie hat in dem neunzehnten Jahrhundert gelebt also sozusagen mit dem es sie mit der Muttermilch groß geworden Also einen Mann, der steht über mir.

00:51:02: Andererseits weiß sie, was sie wert ist.

00:51:05: Und das Karte lässt sich schwer vereinbaren in den offiziellen Äußerungen.

00:51:10: Dass der Brahms sehr hoch von ihr gedacht hat zeigt dass er jede Komposition bevor es ihn in den Druck gegeben hat, ihr geschickt hat und um ihre Meinung gebeten hat.

00:51:24: Und gerade was die Lieder betrifft, weil du sagst.

00:51:26: Die Lieder hat eher ja auch einen quasi Kompositionsanfall mit Liedern gehabt, schickt ihr alles und sie schickt ihm das zurück und schreibt dir, dass finde ich nicht so gut, das würde ich nicht nehmen, weil das passt, das verstehen die Menschen nicht, es ist noch zu modern.

00:51:41: also da war ich paff, was die allein aufgrund des Lesens beurteilen konnte.

00:51:49: oder diese?

00:51:51: Wir haben noch nicht über die Variationen, die hast du nur erwähnt.

00:51:55: Die sie dem Robert Schumann zu seinem Juni

00:51:59: zum am

00:51:59: achten Juni, zu seinem Geburtstag, eighteen drei und fünfzig schenkt.

00:52:03: Da ist er dreieinundvierzig.

00:52:08: Ja, nun achtzehnzehn geboren.

00:52:12: Und dieses Thema das sie verwendet da schreibt der Brahms als treuer Freund der Familie der dann schon war im Jahr fifty-fünfzig, genau über dieses Thema auch Variationen und schicktes ihr.

00:52:29: Und zwar im Juni.

00:52:31: Also am ersten Oktober kam der Brahms ins Schumansche Haus.

00:52:37: Wird von beiden unglaublich geschätzt?

00:52:40: Niemand weiß das.

00:52:41: drei Monate später!

00:52:43: Der Robert einen Selbstmordversuch begeht aber gerettet wird – vielleicht kann man sagen leider.

00:52:50: und dann im vierten März sich selbst einweisen lässt in die Heilandstadt Ende nicht.

00:52:57: Und es sowohl den großen Kindern wie auch der Klager verboten wird, dass er besucht wird.

00:53:02: Damals dachte man das für den Kranken besser sei.

00:53:06: Er gewinnt Abstand von seinem häuslichen Umfeld aber Freunde durften ihn besuchen.

00:53:13: Der Getreue Brahms kommt von Hamburg Schumann regelmäßig besuchen und schreibt ihr genau, während sie auf Reisen ist was er gesehen hat.

00:53:23: Und schickt dem Schummann diese Variationen!

00:53:27: Und der Schummern hat zwar dort ein Klavier gehabt aber die Kritik, die der Schuman den Brahms schreibt auch unglaublich wie er die einzelnen Variation beschreibt und beurteilt und sagt das ist ein Meisterstück wie Sie da über diese Modulation gemacht haben in der Variation ganz genial.

00:53:45: was so erschütternd ist, dass eben sein intellektuelles und sein musikalisches Gehirn vollkommen intakt geblieben ist.

00:53:56: Nur seien diese psychischen Zustände immer Ärger geworden.

00:54:01: Ja er erzählt selber das er Töne hört also zuerst Tönen.

00:54:05: Alluzinationen?

00:54:07: Engelstimmen!

00:54:07: Und der fürchtet dass es sich sogar verletzt ja und deswegen... lässt er sich selbst einweisen.

00:54:13: Sie ist mit dem jüngsten Kind schwanger, dass er gar nicht mehr sieht und die Kinder sehen ihn eigentlich auch das letzte

00:54:19: Mal.

00:54:20: Ja am vierten März.

00:54:22: Und als der Brahms dann diese Variationen, die er selber komponiert hat im Juni an sie schickt, wissen wir warum es der Juni ist?

00:54:29: Weil sie kriegt den Felix und schreibt ihm sehr geehrter Herr Brahms sozusagen vielen Dank für ihre Geschenk dass ich noch nicht so genau studieren konnte, weil ich im Kindbett noch nicht aufgestanden bin.

00:54:44: Aber ich würde mich unendlich freuen, sie dann von Ihnen persönlich zu hören.

00:54:49: Aber ein Brief hat schreiben können!

00:54:51: Im Kindbette.

00:54:52: Das ist eine Briefe-Schreiberin, ne?

00:54:56: Ja... Man hatte nicht telefoniert.

00:55:00: Ja, also es wäre jetzt natürlich interessant diese Variationen gegenüberzustellen.

00:55:04: Ich möchte aber wirklich nur Musik von ihr spielen.

00:55:07: und da gibt es eine Romanze die du selbst auch aufgenommen hast, die Opus twenty-first Nummer eins in Amol, die sie ihm gewidmet hat den Brahms gewidmit

00:55:19: hat.

00:55:20: Da merkt man meiner Meinung nach auch den kompositorischen Einfluss vom Brahms.

00:55:24: Die ist stilistisch anders als die anderen

00:55:27: Werke.

00:56:32: Ich meine, es ist eine Romanz aber ich finde das trotzdem sehr traurig.

00:56:35: Findest du nicht?

00:56:37: Ja!

00:56:38: Denn was ich herausgelesen habe aus dieser Beziehung ist dass die Clara sehr wohl mit ihm eine echte Verbindung eingehen wollte und der Brahms das dann getrennt

00:56:52: hat.

00:56:53: Also du meinst eine auch körperliche, also nicht nur eine emotionale... Ja das wissen wir nicht.

00:56:58: Aber was glaubst Du denn?

00:56:59: Ich glaube in der Zeit wo es klar war dass der Schumann also Tod

00:57:08: krank ist sozusagen

00:57:10: Sie treffen einander heimlich er holt sie zum Beispiel im Ostende ab und sie macht noch eine gemeinsame Reise.

00:57:18: Es gibt einem Abschiedsbrief von der Clara an ihn, wo sie weinen und sagt, warum verbietest du mir?

00:57:25: Ich muss mich sozusagen damit begnügen, dass ich dich nicht mehr habe.

00:57:30: Aber warum darf ich auch nicht musikalisch von dir

00:57:33: schwärmen?".

00:57:34: Das hab' ich in meiner Verbindung mit dieser

00:57:36: Romanze gespielt.

00:57:38: Amol!

00:57:39: Und das ist eine ganz traurige.

00:57:41: Also es drückt wirklich ihr Selben aus, ihre Beziehung zu ihm.

00:57:45: Denn die Verbindung hat er gelöst Das wissen wir, aber wir wissen nicht was vorher war.

00:57:53: Aber dazu gibt es folgende Quellen Wir haben ja eine lückenlose Briefkorrespondenz zwischen Brahms und Clara Schumann Beginnend eben mit fifty-fünfzig, wo Schummann eingeliefert wurde Und wie sie dann alt sind also Sie beide schon in den... Beides in den neunzeiger Jahren gestorben.

00:58:15: In den achtziger Jahren schreibt sie Lieber Johannes, ich möchte so gerne unsere Briefe austauschen.

00:58:24: Dazu muss man jetzt dazu einfügen... Es war üblich dass man Briefen selbst veröffentlicht hat.

00:58:30: Dass man Tagebücher selbst veröffentlichte.

00:58:33: Das heißt das Bild, dass ein romantischer Mensch des neunzehnten Jahrhunderts an die Nachwelt weitergeben wollte, war schon zensuriert.

00:58:42: War schon sozusagen gemacht.

00:58:45: Sie hat auch mit allen Mitteln verhindert, dass der Robert Schumann als kranker Mensch in die Musikgeschichte eingeht.

00:58:53: Das hat sie auch gemacht.

00:58:55: Kurz und gut, Brahms gehorsam wir immer war und ihr wirklich versucht, jeden Wunsch von den Augen abzulesen fährt von Wien nach Frankfurt.

00:59:05: Die hat dann in Frankfurt gelebt – sie war übrigens eben die erste deutsche Professorin am Frankfurter Konservatorium.

00:59:13: Da gibt es auch viele Aufzeichnungen, weil sie hat sehr viele englische Schülerinnen gehabt und da gibt's Bücher über ihre Art des Unterrichts.

00:59:20: Wie sie Schumann unterrichtet hat und wie sie Brahms unterrichtete hat also eine Fundgrube für Pianisten.

00:59:27: Also er fährt hin und gibt ordnungsgemäß alle Ihre Briefe ihr zurück.

00:59:33: Sie gibt ihm seine Briefer zurück.

00:59:37: Brahms fährt über den Rhein und wir wissen, dass er etliche davon auch in den Rhein geworfen hat.

00:59:44: Aber es sind acht Briefe erhalten.

00:59:46: Und diese acht Briefes sind natürlich für jeden Musikwissenschaft eine Fundgrube weil die sind sporadisch aber genau in dieser Zeit, fifty-fünfzig sechsund fünfzig sieben und fünfzig.

00:59:58: Und ich glaube, achtundfünftig ist dann der entscheidende Brief, wo er sagt Wir müssen unsere Wege!

01:00:02: Wir müssen uns selber weiterentwickeln!

01:00:05: Wir müssen auseinander gehen sozusagen.

01:00:09: Und jetzt frage ich mich oder habe mich gefragt, warum gibt es von der Clara keine?

01:00:16: Weil sie eben alle vernichtet hat und sie hat auch alle vom Brahms ursprünglich vernichtet.

01:00:23: aber warum wir acht Briefe von ihm haben verdanken wie ihrer ältesten Tochter die Marie, die ihr Leben eigentlich ihrer Mutter gewidmet hat Sie als Guvernante überall begleitet.

01:00:34: Als Friseurin, als Anzieherin – sie war auch Pianistin – ihr Leben mit ihrer Mutter eben verbracht hat.

01:00:43: Sie beschwört ihre Mutter mit dem Zerstörungswerk fortzufahren.

01:00:48: Das lesen wir im Vorwort zu den Brahmspräfen und er hat das gemacht und aber heimlich Briefe

01:00:57: abgeschrieben.

01:00:58: Gott sei Dank haben wir ein paar!

01:01:02: Das aber dann zwei Jahrhunderte später alle Musikwissenschaftler beschäftigt.

01:01:06: Hat sie nur oder hat sie nicht?

01:01:08: Und jetzt muss ich was ganz Böses sagen, ich kann alle die nicht leiden, die zwar sich Musikwissenschaftern nennen, die aber dann eigene Meinungen haben und das in eine Richtung färben, die ihnen nicht zustätzt.

01:01:23: Ich habe immer vermieden in meinen Programmen, dass ihn irgendeinerweise in eine

01:01:30: Aber alle fragen dich,

01:01:31: oder?

01:01:32: Alle fragen mich.

01:01:32: Ich meine persönliche Meinung kann ich ja sagen und mich hat besonders gefreut dass im Jahr zehn war ein großes Musikfestival in Boston und da war ich eingeladen mein zweites Programm zu spielen das sich genannt habe Musik einer Liebe Music of a Love wo ich nur Robert Schumann Musik spiele aber wieder klarer sprechen lasse also auch eben authentisch nur sie und seine Musik spiele, wie ich dann draufgekommen bin, dass er bis zur Hochzeit die besten Sachen geschrieben hat.

01:02:03: Und da waren Nancy Reich noch am Leben.

01:02:06: schon als betagte Frau war dort

01:02:09: ganz kurz die Nancy Reich?

01:02:11: Ah ja!

01:02:12: Die Biografin also eigentlich du sagst die beste Biografie über Clara

01:02:17: verfasst Ja, The Artist and the Woman.

01:02:19: auf Deutsch heißt Clara

01:02:21: Schumann Romantik als Schicksal.

01:02:23: das entspricht genau meiner Meinung romantik als Schicksal.

01:02:27: Sie hat ihr Leben nach diesen Vorstellungen mit allen positiven und negativen Aspekten gelebt, auf alle Fälle war die dort und hat mich beglückwünscht genau dazu dass ich hier wage geblieben bin und das ich nicht

01:02:42: was hineininterpretiert habe.

01:02:43: Ja genau.

01:02:46: Die war sehr beeindruckende Frau und sie hat eben in die Konte fantastisch Deutsch.

01:02:55: Biograph Schumanns oder Kenner.

01:02:58: Er war Direktor des Schumanhauses in Zwickau, Moment ich glaube er lebt sogar.

01:03:02: Er ist der wichtigste Musikwissenschaftler.

01:03:05: Der hat die Ehe-Tagebücher herausgegeben und dann finde ich eben Biograf Bertolt Litzmann ist zwar sehr altertümlich geschrieben aber ist so berührend weil er eine so persönliche Beziehung zu dieser Familie hatte und dadurch auch viele Facetten rauskommend immer bei einem nüchternen Deutsch nicht mitbekommen würde.

01:03:26: Ja, und den Litzmann?

01:03:27: ganz kurz?

01:03:28: Den liest man... also ich lese ihn besonders langsam weil die Litzman-Bücher sind noch in gotischer Schrift verfasst.

01:03:36: Und was sich für uns Frauen ganz besonders unter meine Fundgrube war und interessant finde ist ein Buch das einen kitschigen Titel hat nämlich Das Band der ewigen Liebe, wie ich das gelesen habe.

01:03:49: Aber

01:03:50: ja ein herausgegeben von Eugen Wendler.

01:03:54: Die ganze Briefwechsel von Clara Schumann mit den zwei Schwestern Emilia und Elise List hat nichts mit dem Franz-List zu tun, da war ein großer Ökonom der Herrlist.

01:04:04: Und die waren natürlich

01:04:05: eine

01:04:06: Mädchen aus der bürgerlichen Schicht, hat natürlich wirklich gespielt.

01:04:11: Entschuldige, die Liz-Schwestern schreiben sich auch nicht wieder Franz-lich?

01:04:14: Sie schreiben sich L-I-S-T ohne Z. Es gibt keine Verwechslung wenn man das liest.

01:04:18: Genau!

01:04:19: Das sind berührende Briefe drinnen Oder zum Beispiel in der Zeit, als das Schumann schon tot ist.

01:04:27: Als sie dauernd konzentriert.

01:04:28: Jetzt muss man bedenken diese Internate wo ihre Kinder waren sind auch nicht billig gewesen.

01:04:33: Diese Privatinternat.

01:04:34: Das musste sich selber stemmen!

01:04:37: Dann ist weiterhin ihr... Der liebt also der gesunde Sohn, der Pferdinant, der verheiratet war und Kinder hatte an Morphium zugrunde gegangen, weil er verletzt war im deutsch-preußischen Krieg.

01:04:56: Also französisch-preußenkrieg.

01:04:58: Morphium süchtig wurde das heißt sie erhält dessen Witwe und sie erhielt die Kinder.

01:05:04: Einer dieser Enkel ist an ihrem toten Bett der sich um die Klara dann unmordte.

01:05:07: Die Juli, das dritte Kind von ihr, die ist auch früh verstorben und da hat sie sich auch um die Kinder gekümmert und die großgezogen.

01:05:16: Ja oder finanziert würde ich meinen?

01:05:20: Also es gibt so wahnsinnig viel zu erzählen.

01:05:22: Wir haben jetzt die Kinder eigentlich, die Freundinnen auch ja was wir auch noch nicht so besprochen haben wieviel sie Unterstützung von ihren Freunden hatte ganz besonders vom Geiger von dem Josef Joachim

01:05:35: Den hat sie im Jahr zweiundfünfzig kennengelernt da gab's ein großes Musikfest und hat für den in dem Jahr wo sie so glücklich war und komponieren konnte weil er seinen eigenen Raum hatte also dreiundfünftig die berühmten Drei-Romanzen für Berlin

01:05:50: Ja.

01:05:51: Und da möchte ich jetzt unbedingt noch einspielen, die Aufnahme mit deinem liebsten Geiger, mit Akade Vinokurov – Die Romance in Bimm.

01:07:49: Jetzt hast du die Bücher schon empfohlen?

01:07:50: Also die, die wir empfehlen können was... Ich empfehle mir das!

01:07:54: ...die du empfehchen würdest, ja die nennt sie Reich, empfehl' ich natürlich auch.

01:07:59: Aber ich möchte unbedingt doch deine beiden CDs empfehllen Clara Schumann eine Lebensgeschichte in Wort und Musik, wo du auch die Briefe liest und dazwischen eben die Stücke spielst.

01:08:11: Und die zweite CD Robert Schummann eine Liebesgeschichte im Wort- und Musik.

01:08:16: Das sind deine eigentlich aufgenommenen Konzertprogramme?

01:08:19: Ja!

01:08:20: Und das ist so schön zu hören... Weil, so wie du vorhin gesagt hast wenn man die Hintergründe kennt und diese Briefe vorgelesen bekommt.

01:08:30: Und dann das Musikstück dazu hört also man kriegt gar nicht genug.

01:08:36: Ich bin über diese Aufnahmen auch sehr froh weil ich glaube weil ich eben keine Musikwissenschaftlerin bin sondern Musikerin aber auch sehr sprachaffin Hat mich beides fasziniert.

01:08:53: Ihre Art, wie sie sich ausdrückt und dann auch eben die Musik vom Robert bei der Musik einer Liebe Wie das mit ihrer Persönlichkeit zusammenhängt.

01:09:06: Also jetzt noch eine Frage trotzdem Wir sind heute schon länger als sonst aber das muss noch irgendwie Platz haben.

01:09:13: Was glaubst du?

01:09:14: warum das so lange gedauert hat bis ihr Werk wieder entdeckt wurde?

01:09:20: Weil man im zwanzigsten Jahrhundert, entschuldigt es, also sechstausend Jahre Unterdrückung der Frau ist nicht so leicht wegzuwischen?

01:09:27: Naja

01:09:28: das stimmt schon.

01:09:29: Aber sie wird jetzt gespielt!

01:09:32: Wir erzählen jetzt über sie.

01:09:33: ja.

01:09:34: Man hätte schon vor dreißig, vierzig, fünfzig, siebzig Jahren über sie erzählen können.

01:09:38: Also einen Grund weiß ich eigentlich nicht.

01:09:41: Hat's wirklich uns diese große Frauenbewegung geben müssen dass die Komponistinnen alle jetzt in den Konzertprogrammen

01:09:47: finden?

01:09:47: Ja Das glaube ich schon.

01:09:49: Und es war uns auch als Frauen nicht in die Wiege gelegt.

01:09:53: Unbedingt gegenüber der männlichen Konkurrenz, also das war ja auch nicht ganz einfach.

01:09:59: Natürlich war's nicht einfach aber ich bin so selbstverständlich...

01:10:03: Es war ein Schubster,

01:10:03: dass sich nicht früher schon auf sie stoßen konnte!

01:10:06: Ja, aber wenn man anschaut die zweite Hälfte, zwanzigstes Jahrhundert, wie es gab natürlich eine Clara Haskell und Madagery Aber jetzt im Vergleich zu Männern Wir haben wir sind noch nicht dort.

01:10:20: Weil jetzt durch die Frauenbewegung das möglich ist, dass endlich alle Frauen, die gut sind in großen Orestern spielen können was auch nicht selbstverständlich war.

01:10:29: Die Frau Ostleitner hat gegen die Philharmoniker kämpft jahrelang Das letzte Orchester des Frauen aufnimmt Ist da sozusagen Auch erst in der jüngsten Zeit entstanden.

01:10:41: und da endlich Frauen dirigieren können Siehe da, da tauchen sie so viele auf.

01:10:48: Ich kann mich erinnern wie die Simone Young zum ersten Mal in der Staatsoper Mozart-Dirigate hat.

01:10:53: das muss mindestens fünfundzwanzig Jahre her sein.

01:10:57: Da war ich auch erstaunt.

01:10:58: also ich will nur sagen ja aber ich war fasziniert was sie da macht und wie diese die die siebzig Leute da unterkommen weil sowas welches Temperament die hart beim dirigieren fand es toll und wenn man so im Musikerkreisen darüber gesprochen hat wurde die abgelehnt.

01:11:15: Das hat sich Gott dann wirklich

01:11:18: geändert.

01:11:18: Ja, wären wir nicht müde über die Frauen zu berichten.

01:11:22: und ich möchte zum Schluss – weil wer gesagt haben wie vielfältig sie auch komponiert hat und geschrieben hat noch ein Stückchen Klavier-Trio spielen den dritten Satz

01:11:32: in Gimol.

01:13:14: Die letzte Frage Ich stelle sie heute umkehren als letzte Frage.

01:13:18: Ich würde noch so gern weiter plaudern, aber jetzt kommt wirklich die letzte Frage für dich Elisabeth Was können Kunst und Kultur zu einer besseren Zukunft beitragen?

01:13:26: Wenn man sieht wie die Politik von der Wirtschaft dominiert wird Das ist ja auch schon ein Übergriff der vor hundert Jahren noch nicht in dem Ausmaß war Und das so desaströst weitergeht Dann was soll die Kunst, die von Menschen gemacht wird Die kreativ sind die Gegenwart kritisieren, können sie ja gar nicht eingreifen in dieses wirtschaftliche durch das Geldbestimmte Machtstreben.

01:13:56: Aber ich glaube fest daran dass wenn wir in unserem was wir vermögen können mit anderen Menschen in Literatur, Malerei, Kunst und Musik hier einzuwirken, dass ist das Beste was wir tun können möglichst viele Menschen erreichen.

01:14:15: Und was ich rein praktisch gesehen habe, habe ich aber doch seit über vierzig Jahren, dass alle die ernsthaft sich mit Musik beschäftigt haben und dann Anwälte geworden sind, Rechtsanwälten für Mediziner großartige Menschen sind.

01:14:32: Die zum Beispiel nicht dem einem Wie sollte ich das jetzt ausdrücken?

01:14:39: Rechtsextremen oder verrückten Leuten nachrennen, sondern hier kann die Kunst ein Gegengewicht bieten.

01:14:48: Aber das hängt von der Bildung ab und von den Möglichkeiten.

01:14:51: Und so gesehen glaube ich noch immer daran dass die Kunst und Kultur sehr viel bewirken können.

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