#102 - Der Rosenkavalier

Shownotes

"Richard Strauss hat diese menschliche Nähe, die viele andere Komponisten nicht haben", sagt Dirigentin Marie Jacquot, Gast dieser Folge. Sie erzählt über die Charaktere dieser Oper, wie sie sich auf das Dirigieren selbiger vorbereitet und sie erklärt, warum sie für die Musikeinspielungen die Aufnahme mit Carlos Kleiber gewählt hat. Ihre Begeisterung, mit der sie von dieser beliebten Oper erzählt, ist so ansteckend, dass man dieses beliebte Werk, dessen Libretto Hugo von Hofmannsthal verfasste, sofort sehen möchte!

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Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:12: Ich spreche mit meinen Gästen über bekannte Musikstücke aus allen Stil- und Zeitepochen.

00:00:19: Wir hören passende Musikbeispiele und versuchen in unseren Gesprächen einen neuen Zugang zur Musik zu ermöglichen.

00:00:31: Als Richard Strauss kurz vor seinem fünftigsten Lebensjahr stand, suchte er zunehmend die Verbundenheit und wollte sich nach seinen Opern Salome und Elektra wieder einer vertrauteren Tonsprache hinwenden.

00:00:44: Als nächstes schreibe ich eine Mozartoper, hat er gesagt – Er meinte damit etwas Heiteres, etwas entschieden Menschliches!

00:00:52: Und so entstand der Rosenkavalier Uhr aufgeführt am XX.

00:00:57: Jänner, neunzehn elf in Dresden und bis heute Richard Strauss meistgespielte Oper Das Libretto von Hugo von Hoffmannstahl führt in das Wien des achtzehnten Jahrhunderts, in die Zeit von Maria Theresia.

00:01:09: Bemerkenswert ist dabei dass es den Walzer in jener Epoche historisch noch gar nicht gab.

00:01:16: Dennoch war es schon eine sehr geniale Idee von Strauß dieses wienerische mit den Mitteln des Walzers musikalisch

00:01:23: zu umschreiben.

00:01:24: so wurde der Rosenkavalier später oft auch als Walzeroper bezeichnet.

00:01:30: Nach Elektra war es die zweite Zusammenarbeit von Richard Strauss und Hugo von Hoffmann-Style.

00:01:35: Dieser betonte stets, dass der Rosenkavalier eine festliche Oper sei!

00:01:40: Strauß hingegen wollte ein Lustspieloper und erinnerte seinen Libretisten daran – vergessen sie nicht, das das Publikum auch lachen sollte!

00:01:49: Lachen?

00:01:50: Nicht lächeln und schmunzeln….

00:01:52: Und was jetzt nicht so bekannt ist, Harry Graf Kessler – Literat und Diplomat und feinsinniger Schöngeist darf als Mitautor des Rosenkaveliers genannt sein.

00:02:04: Denn der Komödienentwurf aus dem der Rosenkavalier hervorgehen entstand wesentlich im gemeinsamen Gedankenspiel von Hoffmannsdal und Kesslar.

00:02:14: Und es ist vor allem dieses gelungene Libretto ein Glücksfall der Operngeschichte.

00:02:19: Kaum bei einer anderen Oper der Musikgeschichte wurde so intensiv über das dramaturgische Wesen der Figuren nachgedacht und geschrieben.

00:02:27: Wir haben hier ein Assemble von Figuren, dass in seiner Lebendigkeit und Vielschichtigkeit an Shakespeare erinnert – ein Ideal des Hoffmanns-Dahl zu tiefst bewunderte!

00:02:37: So ist der Rosenkavalier weit mehr als eine elegante Komödie im Historischen gewarnt.

00:02:43: Es geht um die Grundfragen menschlicher Existenz Das Vergehen der Zeit, es geht um Allversucht und die Zerbrechlichkeit aller Beziehungen.

00:02:53: Gerade darin liegt seine Tiefe – und vielleicht auch das Geheimnis seiner ungebrochenen Wirkung.

00:04:07: Mein heutiger Gast ist die Dirigentin Marie Jacqueau.

00:04:10: Seit der Spielzeit im Jahr zwanzig dreiundzwanzig vierundzwantig ist sie erste Gastdirigent in der Wiener Symphoniker Seid zwanzig, vierundzwanzig Chefdirigentin des Royal Danish Theatre Kopenhagen und ab sechsundzwantig, sie wird auch Chefdirgentin des WDR Symphonieorchesters in Köln.

00:04:28: Die Kritiken zu ihrem Rosenkavalier Heuer im März und Aprilen Kopenhaagen waren einstimmig großartig und wunderbar!

00:04:35: Marie, soweit ich weiß ist Richard Strauss der Lieblingskomponist und der Rosenkavelier auch deine Lieblungsoper.

00:04:41: Ja, ist das auch.

00:04:42: Richard Strauß hat eben für mich diese menschliche Nähe die viel anderer Komponie nicht haben.

00:04:51: Ja, da bin ich froh dass ich dich jetzt hier sitzen habe.

00:04:53: Weil wir haben wirklich viel zu besprechen!

00:04:55: Die Opa ist sehr lange und sehr dicht und es gibt wirklich viel dazu zu erzählen.

00:05:00: Diese erste Musik-Einspielung die wir gerade gehört haben ist nicht dieser typische berühmte Anfang von der Introduktion sondern ich hab eben den letzten Teil der Introduction gewählt.

00:05:11: Warum ist aber denn da anfangs so wichtig?

00:05:13: Das ist so wichtig, weil es eigentlich der Rosenkabelier-Motiv.

00:05:19: Und dieses Motiv begleitet uns auf diese Maskerade die drei Stunden dauert.

00:05:25: Es taut immer auf und dadurch kriegen wir ein Arzt von Bekanntheit.

00:05:32: Echt drei Stunden dauert's bei dir nur bis

00:05:34: in mehr oder über vier, oder?

00:05:38: Ja mit Pause.

00:05:39: Die Pause muss man berechnen.

00:07:04: Ich habe in einem Interview gelesen, wo du gesagt hast ich schätze beim Rosenkavelier die Komplexität der Partitur.

00:07:12: Die Verbindung von Humor und Melancholie und die transparente farbig instrumentierte Musik.

00:07:18: Können wir sagen dass es muss trotzdem alles so leichter hinfließen?

00:07:24: Und das Orchester ist doch eigentlich die zentrale Hauptrolle und nicht die Gesangstimmen oder?

00:07:31: Auch das Orchester spielt einen unglaublichen reichen Rolle in dieser Geschichte, fast an den Personagen und sich selber.

00:07:41: Er bringt diese Transparenz, was man fast an die impressionistische französische Musik annehmen kann – in diese feine Streicherklänge!

00:07:54: Und dann diese große Melancholie bei dem Schluß der Zett mit Marceline, Octavian und Sophie.

00:08:04: Ich glaube Strauss hat einen Brief von Hofmastal geschrieben.

00:08:09: Liebe Freund ich habe einen Der Zett geschrieben!

00:08:12: Ein Musik im Schluss der Zet.

00:08:16: Ich würde gerne ein paar Zeile drauf haben.

00:08:19: Kennst du was schreiben bitte?

00:08:21: Das heißt, dass die Musik eigentlich in dem Fall im mitten Punkt war weil es noch überhaupt keinen Text dazu gab.

00:08:30: Ja

00:08:32: das ist der Grund warum die Musik so eine große Rolle spielt.

00:08:35: aber die Kunst von Richard Strauss und Rolf Mastal zusammen diese Musik und den Text zusammen zu verbinden Und die genau wie an der Handschuhe passen gemeinsam ist seine Wunder genauso wie Taponte und Mozart.

00:08:47: Ja, die werden ja oft verglichen damit.

00:08:49: Weil er gesagt hat, er macht eine Mozart-Oper und hat es geheißen.

00:08:51: Da hofft man's da nicht an der Ponte.

00:08:53: Es gibt auch ein paar Briefe wo das so erwähnt wird.

00:08:57: Richard Strauß schreibt für alle Instrumente unglaublich gut!

00:09:03: Und er war auch ein sehr guter und bedeutender Dirigent.

00:09:07: Hast du dir in deiner Vorbereitung eine historische Aufnahme angehört von ihm?

00:09:12: Ich glaube, wir leben in einer so reichen Zeit, wo wir digitale Möglichkeiten haben.

00:09:19: Wo wir so viele Aufnahmen hören können von neuen Künstlerinnen und Künstlern, aber auch gestorbenen Künstlerin.

00:09:28: Diese Reiche ist für mich sehr wichtig in meiner Vorbereitung.

00:09:34: Ich höre mir so viel aufnehmen wie möglich an, eben zu hören Was mir gefällt, was mir nicht gefällt.

00:09:42: Wo sind die Traditionen?

00:09:47: Welchen Klang dieses Orchester erzeugen kann oder welche Tempi gut zu singen sind und so was natürlich.

00:09:54: ich habe schon im Kopf eine Ahnung von was ich haben möchte aber damit denke ganz schön viele Möglichkeiten, die dann am Abend oder bei der Vorbereitung mit dem Orchester und den Sängern stattfinden können.

00:10:12: Ich kenne sehr viel von Richard Strauss und habe mich mit seiner zweiten Sinfonie beschäftigt.

00:10:20: Sinfoni in F-Moll.

00:10:22: Die erste Sinfonin Er ist ganz, ganz jung.

00:10:25: F-Moll-Symphonie.

00:10:26: die zweite hatte er geschrieben mit neunzehn Jahre alt und ich bin so beantragt gewesen von der Tiefe, der diese Symphony hat und vor allem von seinen Handwerk.

00:10:38: Er

00:10:39: schreibt im Stil von Mendelssohn Beethoven, Brugner was noch Schumann Brahms.

00:10:50: Er meistert alle Maistrie, Komponisten von seiner Zeit und davor mit neunzehn Jahre alt.

00:10:59: Es war eigentlich ein Genie.

00:11:04: Und dann hat er seine Sprache entwickelt und die Sprache hat sich dann weiterentwickelt.

00:11:10: Korongold.

00:11:11: Ja, also alles was du jetzt gesagt hast deckt sich auch mit seiner Arbeitsweise.

00:11:15: Wir wissen er hat bis zu zwölf Stunden geschrieben und komponiert und war immer sehr genau.

00:11:20: Und auch von seiner Direktierart wissen wir viele hat ja oft die Ich glaube die linke Hand in der Hosentasche gehabt und hat so nur mit den rechten irgendwie.

00:11:29: Also das würde man heute überhaupt nicht machen oder?

00:11:32: Nein aber es war ihnen wichtig auch dass die Musik für sich selber entsteht

00:11:37: und lebt, um nötige Bewegungen einfach weglässt.

00:11:40: Genau!

00:11:41: Er sagt ich habe die Musik geschrieben oder ein Komponistin hat die Musik geschrieben und jetzt solls die Musik selber auf das Leben erstellen.

00:11:51: wir brauchen nichts mehr dazu machen.

00:11:54: Anfass spielen was da steht.

00:11:56: Das ist der Grund warum er sich auch emotional nicht so sehr investiert hat weil er der Meinung isst Die Musik ist genug Und das finde ich faszinierend.

00:12:05: Es gibt auch andere Komponisten, die diese gleichen Gedanken haben, nämlich Stravinsky.

00:12:11: Stravinski hat gesagt man sollte seine Musik interpretieren – eigentlich nicht interpretieren sondern anforspielen was da steht.

00:12:18: Ja es gibt doch heute noch Leute, die das sagen.

00:12:21: Rudolf Buchbinder sagt auch spielt's einfach das, was in den Noten steht.

00:12:24: Weißt du was vielleicht noch wichtig ist über Geschaustraus?

00:12:27: Für meine Empfinden ist dass er an die Tradition verknüpft ist.

00:12:34: Er hat nicht versucht, sich von der Tradition zu eminzipieren oder die Tradction zu brechen.

00:12:41: Er riecht von Bach, Mozart, Beethoven ... er hat alle diese musikalische Genre mitgenommen und seine Sprache dann damit entwickelt.

00:12:52: Das taugt mir und das berührt mich und das spricht mir an weil ich auch jemanden, die die Traditions sehr schätzt heißt nicht dass auf dem Vergangenheitsrückschauer, sondern dass ich schätze das die Vergangenheit da ist um eben in die Zukunft zu schauen.

00:13:08: Und das ist was ich bei Brischast rausspüre.

00:13:12: Ein sehr wichtiger Aspekt speziell auch beim Rosenkavalier wenn es um die Wiener Tradition geht.

00:13:16: Genau so ist es ja.

00:13:17: vor allem du hast es am Anfang gesagt nach Salome und Elektra hat der Wusterjahrist vielleicht sehr weit gegangen in diesen Explosion von Musik, traditionelle Musik wie wir es kannten.

00:13:35: und was du nicht erwähnt sagst ist dass er der jungen Schönenberg sehr unterstützt hat.

00:13:43: Und Schönberg war fasziniert von Rechercht raus!

00:13:46: Er war beim Salome Premier in Graz und wirklich war komplett begeistert von diesen neuen Klänge und neue musikalische Sprache.

00:13:57: Und ab dem Moment, wo Schönberg angefangen hat eben sich von diese traditionelle Musik zu emozipieren und die Zwiftungtechnik zu schreiben.

00:14:08: Hat sich draus von Schönberg distanziert weil er meinte es gibt einen Grund warum wir Harmonie in diese Welt haben und diese Harmonie, wie wir es entwickelt haben, haben nämlich weil es die Leute anspricht unserer Herzen und unsere Seele.

00:14:31: Und ich bin mir sicher – das ist auch mit dem Rosenkabel hier so – dass er wusste, die Musik muss sich weiterentwickeln aber er wollte nicht mitmachen!

00:14:43: Und er hat schon Bergmache gelassen.

00:14:45: Und Reden Rosenkavalier ist eben ein Abschluss von der Musikgeschichte eigentlich.

00:14:53: Die Zeit dann war nicht mehr so schön, die wussten wahrscheinlich schon dass die Zukunft was zusammenbrechen kann, nämlich den Ersten Weltkrieg und es war wichtig für Strauss und Hoffmann-Stahl eben einem abschluss eine musikalische Abschluss zu schließen Die schönste Zeit von Österreich.

00:15:14: Ja?

00:15:15: Und nicht mit Verbissenheit, sondern mit einem leichten Laren aus dem Geschicht und melancholischen Augen.

00:15:24: Das finde ich einfach sehr berührend!

00:15:29: Also zu Opa... Was ich nicht machen möchte, ich möchte jetzt nicht diesen ganzen Inhalt erzählen sondern wirklich eine Hand von ausgewählten Musikbeispielen immer nur kurz auf die Charaktere eingehen.

00:15:40: An der Stelle mir ist die Ehre widerfahren.

00:15:43: im zweiten Akt überreicht Octavian der Sophie die silberne Rose um formell um ihre Hand für den Baron Ox zu werben.

00:15:51: und dabei verlieben sich Octavian und Sophie auf den ersten Blick miteinander.

00:15:56: Was kannst du denn musikalisch?

00:15:58: zu dieser sehr wichtigen Stelle in der Oper sagen.

00:16:02: Wir hören zum ersten Mal in diesem Form den Motiv der Hose mit Hafen, hohe Streicher in Flaschulett-Töne.

00:16:15: Es ist ein bisschen schwer zu erzählen, was Flascholette drin ist.

00:16:19: Alles ganz hoch gespielt und sehr zielbrig von Klang.

00:16:23: Genau!

00:16:23: Was die Rose, diese silberne Rose darstellt mit Celesta und Hafe... Mit Celesta verbinden wir Harry Potter zum Beispiel also diese ferische Klinge und kommt Octavian und überreicht diese Rose mit dieser Musik genau.

00:16:41: von einem Glänz nicht zu überreichen ist.

00:16:47: Und es ist sehr ruhig, weil jetzt kommt diese Spannung ... von was passiert jetzt?

00:16:55: Vielleicht entsteht etwas Schönes oder man weiß einfach nicht.

00:16:59: Ich glaub, Octavia nicht sehr unsicher und das spürt man auch der Musik, weil es ist alles, ob die Zeit nicht mehr weitergeht.

00:17:08: Nicht unwichtig zu erwähnen, Octavian Junge Bursch in der Oper, der Liebhaber von der Marschalin, der sich jetzt eben in Sophie verliebt ist eine Hosenrolle.

00:17:17: Das heißt wir hören einen Mezzo-Sopran.

00:17:20: Strauss hat viele Hosenrohle geschrieben weil seine Frau eine fantastische Sängerin war und man sagt sogar zuhause dass die Frau die Hose getragen hat.

00:17:32: Und ich finde es ganz schön und vielleicht unabsichtlich von Strauß avant-garde sehr unterstützt hat sie nämlich in seiner Opa.

00:17:43: Fast alle Hauptronen sind Frauen!

00:17:46: Ja, sehr sympathisch.

00:19:27: Was ich in meiner Vorbereitung fast vergessen habe und das ist aber wirklich nicht unwichtig im ersten Akt gibt es eine also sehr Richard Strauss untypische Aria, nämlich der Auftritt des italienischen Sängers Und dass Sie's in der Opa wirklich eine super kurze kleine Nebenrolle nur ein kurzer Auftritt.

00:19:48: Sag mal, was so wichtig ist an dieser Rolle?

00:19:50: Aber es ist so fantastisch.

00:19:51: Ich liebe diesen Teil so sehr weil diese Rolle heißt der Tenor.

00:19:59: Genau!

00:19:59: Es sei eigentlich schon viel...es ist eine Karikatur von einem Tenor was ich sehr, sehr witzig finde und du hast es auch gesagt.

00:20:10: Er war Dirigent, er hat extra ... er war Kappellmeister, er hatte sehr viele Opern dirigiert.

00:20:18: Er kennt wirklich alles einfach!

00:20:22: Und diese Dénor-Area ist von

00:20:26: so

00:20:27: einer Schönheit obwohl es eine Karriktur ist nicht zu... übertopfen, mit einer Begleitung von diesen wunderschönen Shellyklänge im Einklang mit dem Tenor zusammen.

00:20:43: In einem aber genau in einen Unpasselmoment wo Ox und der Notar den Vertrag unterschreiben möchte dass er dann später die Sophie heiraten kann ja Und der Tenor singt da zwischen und Ochst wird dann wirklich aggressiv.

00:21:01: Und sagt, kann er einfach nicht aufhören zu singen?

00:21:04: Und dann kommt eine Riese nach gestern krach!

00:21:06: Wo niemand weiß mehr was da los ist ja.

00:21:10: Und sehr wichtig... Für mich eine Dramatik, also in der Drama so wichtig.

00:21:16: Der Strauß selber hat Hofmastal gesagt, das kannst du bitte streichern weil dramatisch es passt nicht.

00:21:24: Das muss jetzt an Hörpunkt kommen und dann muss ruhiger werden.

00:21:27: Also er hat diese Theater wirklich im Blut gehabt, weil auch von einer Musikerfamilie kommt.

00:21:34: Sein Vater war Honest.

00:21:37: Er wusste alles ganz genau.

00:21:39: Obwohl ist ein bisschen konstruiert die Es ist nämlich, man spürt diesen unglaublichen Zug und man ist von diesem Drama wirklich zusammengepackt.

00:21:52: Ja genau so findest du den den Ort.

00:21:54: Und es ist ein ganz wichtiger Kontrast zu dem deutschromantischen Stil weil wenn wir jetzt Diese Ahre, als erstes jemanden vorspielt und sagt das ist Richard Strauss.

00:22:03: Und sagt du was?

00:22:05: Das muss doch keine Ahnung Puccini oder irgendwer anderer Italiener sein.

00:22:10: Absolut!

00:22:10: Du hast absolut recht natürlich.

00:22:12: Hat überhaupt nicht mit diesem deutschen Tradition zu tun mehr.

00:22:15: Er singt auch auf italienisch ja.

00:22:18: Strauß wurde sicher sehr inspiriert von Puccinni.

00:22:21: Man hört das auch in seine Musik.

00:22:24: Was ich gesagt habe er hat seine Kollegen und die vergangen hat geschätzt.

00:22:30: Und inhaltlich, glaube ich ist es auch wichtig dass man jetzt zieht im stück das die Marschallin einfach ein sehr nobles leben führt weil da kommt der Friseur eben und eben der Sänger die sollen sie alle bei Laune halten und so.

00:22:41: und also so klingt diese wunderbare

00:22:43: Arien.

00:23:06: Der lustige geschicht ist dass der Pavarotti diese Rolle ein paar mal gesungen hat und er's wirklich nicht gemacht hat obwohl es wahrscheinlich mit wundervollig die beste der tenorinterpretation alle zeiten ist.

00:24:47: wahrscheinlich weil es einfach zu kurz ist

00:24:50: ja aber es ist so lustig weil in der opa je nachdem wo man sich die opa anschaut dieser auftritt ist meistens mit einem wirklichen super star besetzt.

00:24:58: ich habe das letzte mal war da tenor in der staatsober der chuan Diego flores und der geht dann halt wieder weil er kommt nicht mehr vor im ganzen

00:25:07: stück.

00:25:08: nein er kommt Aber die Melodie ist einfach so schön.

00:25:15: Ich kann es mir nicht mit einem anderen dennoch vorstellen, dass man diesen unglaublichen Zug haben muss und eben nicht zu viel Mozartianisches machen muss.

00:25:27: Es wirklich

00:25:28: durchgehend

00:25:28: schön singen laut und schön und warm und genau das war Hans geschnitten für

00:25:34: mich.

00:25:35: Wieder Handschuhe hast du schon gesagt?

00:25:39: Die Aufnahme, die wir jetzt die ganze Zeit hören und verwenden ist Carlos Kleiber mit dem Bayerischen Staatsorchester.

00:25:45: Das ist eine Live-Aufnahme aus dem Nationaltheater München von neunzehnundsebzig.

00:25:50: Und du hast dir diese Aufnahme gewünscht!

00:25:52: Warum?

00:25:52: Ist das für dich die

00:25:53: Beste?!

00:25:54: Es ist für mich die Beste, weil es Theater.

00:25:58: Es ist Theater!

00:25:59: Es ist Opern, es ist Theater.

00:26:02: Man hört nicht alles zusammen und vielleicht rückt da den Ochsen halbes Schlag zu früh oder einen Tag zu früh... Aber das ist menschlich.

00:26:14: Es hat Züge, es hat Drama, es haben Leidenschaften und unglaubliche Erwartungsmomente, Spannungsbogen, leidenschaftlichen Bogen... Alles was ich mag in Opa!

00:26:30: Wir versuchen alle eine Perfektion zu erreichen, die nicht diese Welt gehört.

00:26:39: Aber mit Schnitt von so vielen Aufnahmen, wir kreieren eine Erwartung an den Perfektionen.

00:26:46: wenn Leute in Oppenhaus kommen oder im Konzert kommen und wenn es nicht ganz zusammen ist dann sind wir enttäuscht weil die CD Zuhause war besser weil es eben zusammengeschnitten ist.

00:26:58: Nein, Musik ist menschlich.

00:27:00: Es ist okay wenn es nicht ganz zusammen ist.

00:27:02: Das kann sowieso nicht anders sein.

00:27:06: oder wenn den Sänger ein bisschen zu früh angesetzt hat oder wenn der Horn nicht den Ton getroffen hat.

00:27:12: Man muss auch hören das ist nicht Anfahrt.

00:27:15: und dadurch dass wir diese Perfektion jetzt darstellen können auf einen CD oder auf diversen Kanäle geben wir die Eindruck, dass es anfangs ist zu musizieren.

00:27:26: Ist das aber nicht?

00:27:27: Ja und warum Carlos Gleiber?

00:27:30: weil er eben alle seine Stücke nicht nur in den Opern sondern auch im Sinfoniebereich wirklich wie Theater interpretiert hat.

00:27:42: Und nicht Theater in den oberflächlichen Sinn des Sarahs, Theater mal ein bisschen Show zu machen.

00:27:48: Nein!

00:27:48: Theater um eben eine Geschichte zu erzählen und das Publikum und den Musikern und alle auf dem Stuhlkantel zu behalten.

00:27:56: Das ist mir wichtig und genau was wir in diesem Aufnahme hören.

00:28:02: ist lange nicht festgestanden.

00:28:04: Recht lange gab es den Arbeitstitel Ox von Lerchenau und dann hat man gesagt, ja so die Frau Marschallin wäre ein guter Titel auch kein Könn, da nahm er das Rosenkavalier vom Octavian und sogar Marianne das Dienstmedel war in der engeren Wahl.

00:28:20: und dann endlich war also der Rosenkvalier und Richard Strauss hat geschrieben den wir schon erwähnt haben.

00:28:30: Vom Ox hängt der Erfolg, der Oper ab!

00:28:33: Das hat kurz vor der U-Aufführung an Ernst von Schuch – das war der Generalmusikdirektor der Oper Dresden geschrieben.

00:28:40: Stimmst du mir zu?

00:28:42: Wenn ich sage, von allen Rollen im Rosenkavalier ist es für den Baron Ox am schwierigsten ein glaubwürdiges Porträt

00:28:53: abzuliefern.

00:28:54: Ist das ... hundert Prozent.

00:28:57: Ich stimme zu, Ochs hält alles zusammen!

00:29:02: Ja?

00:29:03: Das ist die Figur, die wir uns lustig machen und diese Figuren gibt's heute noch vor allem in den heutigen Zeiten.

00:29:13: Du meinst im echten Leben.

00:29:18: In unserer Interpretation in Koppenhagen fand ich sehr schön, dass wir den Ochs nicht nur derb und insistent und schwer dargestellt haben, sondern dass er auch etwas Zerbrechlichkeit hatte und sich doch Fragen gestellt hat.

00:29:40: Also ein bisschen mehr Schatierung.

00:29:43: Oft ist Ox einfach sehr einseitig und sind anderen Rollen haben vielmehr Schatierungen.

00:29:49: Ist das auch so geschrieben, glaube ich?

00:29:51: Ja es ist ganz klar eigentlich beschrieben worden von Richard Strauss wie der sein muss der Ox.

00:29:56: er muss eine ländliche Don Juan-Schönheit von etwa fünfunddreißig Jahren sein.

00:30:01: Er muss ein Edelmann sein wenn noch ein bissel verbauert Der sich aber im Salon der Marschallien anständig benehmen kann die ihn sofort rauswerfen.

00:30:11: Das stimmt!

00:30:11: Und das ist eine wichtige Regieanweisung, wie in einer Komödie nicht Berliner Prost

00:30:16: sein habe gesagt.

00:30:17: Ja, das stimmt absolut.

00:30:19: Also muss er sympathisch sein?

00:30:23: Muss unbedingt

00:30:24: sein.

00:30:24: Oh ja,

00:30:24: finde

00:30:25: ich.

00:30:25: Fürs Publikum jetzt,

00:30:26: ja.

00:30:27: Finde ich.

00:30:27: Er muss sympathisch sagen.

00:30:29: Weil sonst würden wir auch nichts lachen oder wir würden lachen aber es wäre eben vielleicht

00:30:36: derb.

00:30:37: Das wollen wir nicht.

00:30:39: Der Walzer ist das musikalische Markenzeichen vom Ochs.

00:30:42: Und an dieser Stelle möchte er zum Beispiel Sophie beeindrucken.

00:31:04: Bayern hat an dieser Stelle immer gesagt, es muss klingen wie beim Heurigen.

00:31:39: Würden da die Musikerinnen und Musikern Koppenhang verstehen?

00:31:44: Nein, sie würden das

00:31:45: nicht verstehen!

00:31:47: Aber ich glaube, ich habe es ein bisschen erzählt so wie natürliches muss langsam tanzen.

00:31:55: Langsam tanzen ist schwer, weil heutzutage viel weniger Menschen wissen wie man Walzer tanz.

00:32:02: Ja, weil die nicht mehr Walzer lernen.

00:32:04: Es

00:32:05: ist auch schwer zu spielen wenn man diesen Fluss nicht versteht

00:32:09: und diesen Schwung...

00:32:11: Und

00:32:11: das Wienerische sowieso?

00:32:12: Weil der Wienewalzer ist ja noch einmal was anderes als jetzt der italienische.

00:32:17: Absolut!

00:32:18: Und es hat trotzdem ein bisschen diese wienerischen Schlammbigkeit weil wir uns spüren müssen beim Tanz.

00:32:29: Es läuft nicht alles gerade.

00:32:32: und genauso habe ich dann versucht zu erzählen, man muss miteinander tanzen und ich versuche so unklar zu sein dass sie sich selber treffen müssen, einander treffen müssen und miteinander tanze müssen.

00:32:48: Und was den Walzer betrifft von dieser Begleitung Es gibt diese berühmte Satz, der sagt den zweiten Schlag muss man vormusizieren und den dritten schlag ein bisschen später.

00:33:07: Und das weiß man wenn man in Österreich

00:33:11: aufwächst

00:33:13: oder wenn mein Österreich lang gelebt hat.

00:33:16: Man muss dann halt konkret sagen wie es geht, wenn man nicht in Österreich musiziert.

00:33:22: Aber wie du es gesagt hast, ist eine österreichische Oper sozusagen das Best of Österreich.

00:33:28: Ja!

00:33:28: Aber die Premiere war in Tristan und diese Kleibausnahme ist in München.

00:33:35: Muss

00:33:35: man es unbedingt wienerisch gestalten?

00:33:39: Das ist eine Frage.

00:33:40: ich mag das ja weil ich bin in Österreich faktisch musikalisch aufgewachsen Und mir ist das wichtig.

00:33:49: Aber da sind wir auch wieder bei der Tradition, die Richard Strauss ja auch wichtig war.

00:33:54: Er hatte übrigens Johann Strauß Sohn sehr verehrt und er hat sich mit diesem Thema, was wir gerade gehört haben vom Ox an einen Walzer von Josef Strauß, also dem jüngeren Bruder von Johann Straß orientiert nämlich den Dynamidenwalzer.

00:34:44: Ja, die Dynamiten!

00:34:45: Wir wissen nicht, Absichtlich gemacht, hat er das wirklich ausgewählt für den Ox oder ist es ihm einfach passiert?

00:34:53: Vielleicht ein bisschen von weiten.

00:34:56: Aber das ist was ich noch einmal mag an Strauß.

00:34:59: Das ist irgendwie unprätenziös obwohl er seine Seiten hat als Mensch.

00:35:05: aber ich schreibe mal was mit Österreich dazu passt und wenn es von einem anderen Kollegen ist dann... Ja, warum

00:35:15: nicht?

00:35:15: Ich

00:35:16: glaube nicht dass es Clown ist weil der hat so viele Geschäfte in seinen Leben unglaubliche Sachen geschöpft.

00:35:22: Diese Nähe zu Traditionen

00:35:24: und ob's ähnlich ist oder nicht ich muss ehrlich sagen mir das auch egal.

00:35:28: aber es ist einfach spannend das dann zu entdecken

00:35:30: genau bei dieser stelle mit dem ox was wir vorgespielt haben im wahls am ende von zweiten akt wo er einen an kampf mit octavian gerad hatte ihn verletzt hat, aber er tut so als ob Octavian ihn wirklich sehr schlimm verletzten hätte.

00:35:49: Aber es ist eigentlich nicht so und er bemehrt das nicht alles... auf dem Weglauf, wie er sich vorstellt.

00:35:57: Er sagt es läuft alles ... wir haben Schnürl.

00:36:01: Aber eben!

00:36:01: Es läuft nicht alles wie am Schnürrl und er ist ein bisschen melancholisch.

00:36:07: Er vermisst dann sein Heimat, sein Zuhause.

00:36:11: Und das ist genau diese Walzer.

00:36:12: Ein bisschen Melancholie ist dabei.

00:36:14: Diese

00:36:14: Stimmung die rübergebracht wird?

00:36:15: Genau.

00:36:16: Dann kommt gerade die Anina und versucht ihm zu verführen mit einem Brief Und diesen Brief sollte von Marie-Andle sein.

00:36:26: Eine Kammerzaufe, der ich im ersten Akt getroffen hat und er hat versucht ihr ein bisschen zu verführen.

00:36:32: aber diese Kammerzofer ist eigentlich Octavia.

00:36:36: Genau!

00:36:37: Bisschen

00:36:37: schwer alles zu erzählen.

00:36:38: Ja ja.

00:36:39: Aber

00:36:39: jetzt denkt der Ox Ah... Jetzt bin ich wieder Zuhause Ich kann wieder einen jungen Mädel verführen.

00:36:45: Das taugt mir.

00:36:47: Genau.

00:36:47: Und es kommt diesem

00:36:48: Walzer in den anderen Glanz

00:38:27: Was wir hier jetzt auch schon gehört haben, der Baron Ox ist glaube ich eine der tiefsten und vom Tonumfang also wirklich umfangreichsten Partien überhaupt.

00:38:36: Ich glaub von Tiefen C bis zum Hohen F das ist nicht einfach.

00:38:41: wenn zu finden oder kann man das so sagen?

00:38:43: Nein

00:38:43: es ist gar nicht einfach.

00:38:45: Es gibt... Also ich glaube das wichtigste in dieser Oper ist trotzdem diese Höhe erreichen zu können weil die ganz ganz ganz tiefer Töne sind trotzdem selten.

00:38:55: Aber man freut sich natürlich, wenn ein Ox diese Umfang wirklich überwältigen kann.

00:39:04: Aber es ist nicht das Wichtige beim Ox, weil ich spreche Gesang.

00:39:11: Es ist wie Operette.

00:39:13: Man muss es so gut erzählen mit den Worten, man muss jedes Wort verstehen.

00:39:18: Das ist sehr an der Sprache angehängt ja?

00:39:21: Wenn man diese Worte nicht versteht dann hat man das Kern der Opa verpasst.

00:39:26: Es ist kein Puccini, es ist keine Erzählung und daher ob ein Ochs diese wunderschöne Schmelz Bauerfühle und kraftvolle Stimmeachs ist nicht das Wichtigste.

00:39:42: Das

00:39:42: Wichtigster ist die Starstellung, diesen Text.

00:39:48: Reden wir doch mal über die Marschallin.

00:39:49: Die Feldmarschall in Marie-Thérèse fürst den Werdenberg!

00:39:53: Wie siehst du sie denn?

00:39:54: Ist das für dich... ...ist ihr einfach frustriert wegen ihres Alters an ihren Falten?

00:39:59: oder ist es ihr einfach nur schlecht gelaumt?

00:40:01: Nein, nein.

00:40:02: Nicht einmal von beiden.

00:40:03: An nichts

00:40:04: vom Beiden.

00:40:04: Lass uns

00:40:05: das sagen.

00:40:05: Ähm..die Die profitiert von einem jungen Octavien, der nicht einmal achtzehn Jahre alt ist.

00:40:14: Haben einen Verhältnis zusammen, ein schönes ... Äh, Octavian profitiert vom Marschallin und Marschellin auch.

00:40:21: Und dann kommt Ox und er sagt, er möchte dieses hübsches Mädel heiraten die gleich vorm Kuvan rauskommen.

00:40:29: Sie ist sechszehn-Jahre alt und sie denkt das geht doch nicht!

00:40:33: Also mein Cousin darf

00:40:35: diese

00:40:36: Person nicht heiraten Und sie wird Octavian zu diesen Rose-Übereichen schicken.

00:40:46: und sie macht das absichtlich.

00:40:48: Weil sie weiss, sie muss natürlich weiter aber Octavian muss weiter.

00:40:54: Octavian wird bei Mascherlich nicht seinen ganzen Leben bleiben!

00:40:58: Und sie weiß schon und sie nimmt das in ihren Ende und schickt Octavian zu.

00:41:03: Sophie Das war alles vorgeplant.

00:41:07: Sie hat ihren Schicksal in ihren eigenen Händen.

00:41:11: und am Ende den ersten Akt, wenn sie sich entschieden hat, eigentlich Octavien loszulassen von deren schöne Beziehung die sie haben, sagt sie, die Zeit ist ein Sondern-Barding.

00:41:24: Man muss aber wissen Marschallin ist nur fünfunddreißig Jahre alt!

00:41:29: Damals war fünfunddreißig Jahre alt, schon sehr alt.

00:41:32: Man hat die Frauen wirklich wie Antuschan geworfen und sie fragt sich was danach kommen sollte?

00:41:41: Natürlich!

00:41:42: Sie hat es absichtlich gemacht aber sie fragts sich doch ob sie das Richtige gemacht hat.

00:41:48: Ja, in der Ahre, die du ansprichst.

00:41:49: Die Zeit ist ein Sonderba-Ding, da erzählt sie, dass es in der Nacht aufsteht um die Zeiger der Uhr auch anzuhalten.

00:41:56: Also ich seh's ähnlich wie du ... Ich glaub trotzdem, dass sie schlecht gelaunt ist weil die Frisur vielleicht nicht so schön ist am Tag oder so.

00:42:03: Aber

00:42:03: eine kleine Oberverschlichkeit gibt das schon?

00:42:06: Ja

00:42:06: natürlich!

00:42:07: Aber der Octavian ist sicher nicht ihr erster Liebhaber und auch nicht der Letzte, die wir den anderen finden.

00:42:13: Genauso ist es.

00:42:14: Und

00:42:15: ich mag zu denken, dass Sie am Ende Mit dem Faninale in der Kutsche übersatz.

00:42:20: Schön, schöner Gedanke!

00:42:22: Der Faninal ist der Vater von der Sufian.

00:42:24: Aber wieso wird sie denn immer?

00:42:26: Die wird ja oft in Inszenierungen so wahnsinnig melancholisch und schwermütig

00:42:31: dargestellt.

00:42:32: Ich versteh's nicht.

00:42:34: Weil im meinem Empfinden ... Sie isst eigentlich die Zentralfigur dieser Opa.

00:42:43: Ja, deshalb wollten sie ja die Opa die Maschalen auch nehmen.

00:44:10: Ich möchte ganz gerne kurz über die Tonarten sprechen.

00:44:13: Also für alle Hörerinnen und Hörern denen das jetzt nicht viel gibt, bitte trotzdem dranbleiben weil es ist nicht unrelevant.

00:44:19: F-Dur ist für Strauß die Tonart der Unbeschwertheit und Sorgenlosigkeit.

00:44:24: Und das ist jetzt wichtig, weil das was wir gerade gehört haben, was die Marschallin singt beginnt eben in dieser Tonart Das Richard Strauss bei der ersten Lektüre eines Textes immer sich Tonarten oder Tonartwechsel notiert hat.

00:44:40: Also eine Tonart ist sozusagen eine Art Ausgangsstimmung, nicht nur für den Komponisten sondern auch für die Hörer.

00:44:47: also zum Beispiel G-Dur ist die Kindlichkeit für Sophie.

00:44:51: E-DUR ist die erotische Tonart das ist die Liebesnacht im Ersten Akt.

00:44:56: S-DUHR ist die Tonart des Entschlusses.

00:44:58: Wie ist es jetzt?

00:45:00: Für dich als Dirigentin ist es wichtig, dass man sich mit diesem Wissen und diesen Tonarten auseinandersetzt.

00:45:05: oder ist das nur die Arbeit des Komponisten?

00:45:08: Und du dirigierst das halt.

00:45:10: Nein!

00:45:11: Ein bisschen von beiden wieder glaube ich.

00:45:14: Ist sie schon wichtig finde ich weil jeden Tonart eine andere Atmosphäre hat.

00:45:23: Wenn wir genau wissen was diesen Tonart für den Kompонist bedeutet dann können angemessen interpretieren.

00:45:33: Ich würde eher weniger an F-Dur heroisch gestalten, bei einem Richard Strauss.

00:45:42: Ja?

00:45:43: F-Door sowieso bei vielen Komponisten weil es eigentlich sehr viele ... Vorgänger gab, die genau geschrieben haben.

00:45:55: Diesen Stoneheart hat dieses Gefühl.

00:45:57: F-Mol Matas, F-Door Hatas, Edu ist strahlend und es ist glaube ich einen Kompositionsregel, der bei vielen Komponisten wichtig ist.

00:46:11: aber natürlich jeden Komponeist stellt dann mit seinen Nuancen diese Tonharten dar.

00:46:19: Daher finde ich extrem wichtig, sich auseinander damit zu beschäftigen.

00:46:23: Weil trotz Regeln es gibt immer noch ein paar Nuancen und ich finde, es wäre verkehrt einen Tonart in die falsche Richtung zu

00:46:33: musizieren.".

00:46:36: Du hast das vorher schon angesprochen – das berühmte TZ!

00:46:39: Die Vereinigung der Stimmen der Marschallin.

00:46:41: Octavian & Sophie ist also am Ende, fast am Ende da oben, ein Zusammenklang von Demot, Glück und Trauer.

00:46:49: Würdest du sagen, ist das der Höhepunkt vom gesamten Schaffen von Richard Strauss?

00:46:54: Oder können wir sogar noch eine Stufe höher gehen und sagen ein Höhelpunkt der gesamten Opern-Literatur.

00:47:00: Ist es

00:47:00: absolut!

00:47:01: Es ist einen der schönsten Momente was je in die Opern Literature geschrieben worden ist weil Strauß komplett befreit war von jedem Regeln.

00:47:17: diesen Teil geschrieben in einem Zug von Inspiration, ohne verbunden zu sein mit in ihrem Text.

00:47:26: Das ist Musik pur und dann kam der Text dazu aber zuerst kam die Musik.

00:47:33: Ja wir schwärmen so von dieser Stelle.

00:47:34: es ist jetzt natürlich schwierig diese Stelle wirklich da herauszunehmen und hineinzufinden Aber die Musik spricht hier eh von allein.

00:50:05: Was bei mir jetzt vielleicht noch nicht ganz so durchgekommen ist, ich möchte es nicht unterwenden lassen.

00:51:06: Also das ist nicht meine Lieblingsoper.

00:51:09: Bitte steh nicht auf und geh!

00:51:11: Ich mag die Oper schon und ich glaube, ich habe jetzt auch sehr liebevoll darüber gesprochen.

00:51:15: aber was für mich besonders ist, ist eher das Duett am Schluss wenn Octavia und Sophie singen weil ich finde dass es leichter zu hören noch als das Tertet.

00:51:27: Man versteht den Text, es ist unter Anführungszeichen zweistimmig und nicht jeder singt seine Linie.

00:51:32: Ich glaube da kann man vielleicht leicht erfolgen.

00:51:34: Und das hat so ein bisschen was Mozartartiges oder Volksliedartiges?

00:51:40: Oder was Humpern-Dinkendes!

00:51:42: Ja

00:51:43: der Abendsegen von Hänsel & Gretel meinst du, gell?

00:52:06: Ich finde es so schön, wenn man dir zuhört, wenn du vom Rosenkabelier sprichst.

00:53:19: Weil du einfach so begeistert bist und das ist einfach das was ja überspringen soll!

00:53:33: jemanden zu lieben, dann identifierst du dich mit Octavien.

00:53:38: Du bist fünfunddreißig und hat schon ein paar Beziehungen hinter dir die nicht gut gelaufen sind.

00:53:43: Dann identifierzst du dir mit dem Marschallin.

00:53:46: und eher ab fünfunddreißig fangen die Menschen in deinem Umkreis deine Großeltern dann nicht mehr in diese Welt zu sein und die Nächste sind deine Eltern.

00:53:57: und dann bist du mit dieser Frage beschäftigt was die Zeit bedeutet.

00:54:02: Oder du bist in einem Arbeitsumfeld, wo dein Boss sich genau verhält wie den Ox.

00:54:11: Diese Opa ist für jede und in jeder Jahresabschnitt.

00:54:16: siehst Du das eigentlich auch

00:54:17: anders?

00:54:18: Ich werde diese Opa anders sehen wenn ich fünfzig Jahre alt wäre.

00:54:24: Es ist eine endlose Schöpfung!

00:54:26: Und diese OPA wächst mit Dir selber.

00:54:30: Ein schönes Schlusswort.

00:54:31: Da müssen wir noch die Schlusstakte spielen, weil sie sind auch so mitreißend und erfrischend.

00:54:36: Die

00:54:37: Schlusstagte sind so lustig!

00:54:42: Also eigentlich in dieser Oper ist ein Moor einen schwarzen Diener und heutzutage kann man es weniger darstellen aus guten Gründen obwohl ich denke das ist wichtig diese Zeit nicht zu löschen.

00:54:57: Ja, wir müssen sehen welche Fälle wir gemacht haben davor.

00:55:02: Aber in Kopenhagen haben wir so dargestellt dass den Ox unseren Kumpel Leopold zurückkommen in einem Zimmer wo Octavia und Sophie die Rose am Boden gelassen haben weil sie eine neue Ehe gehen ja?

00:55:19: Die wollen vielleicht nicht die ganze Zeit ihres Leben verbringen also einfach eine offene Beziehung.

00:55:24: die Rose bleibt da.

00:55:26: Aber der Ochsi ist so gierig, er kommt zurück in einem dunklen Zimmer mit Leopold und sie nehmen die Rose weg und gehen nach Hause.

00:55:36: Und das bin ich sehr lustig hier.

00:55:37: Diese Schlussdakte, diese Leichtigkeit bringen wie gesagt, dass diese ganze Masquerade, die dort sehr viele Tiefe hat und extreme melancholische und schöne Momente hat

00:55:54: Doch

00:55:55: am Ende immer nur noch eine Maske gerade ist.

00:57:44: Also Marie, wir können natürlich, könnten wir stundenlang über den Rosenkavalier noch weiter erzählen.

00:57:48: aber ich glaube wir haben alle wichtigen Stellen herausgenommen.

00:57:52: und somit ist meine letzte Frage was können Kunst und Kultur zu einer besseren Zukunft beitragen?

00:57:59: Die Menschen miteinander zu verreinigen, wenn ich schaue meine Arbeit in Kopenhagen als Chefdirigentin.

00:58:07: Was wir gemeinsam erreichen können von verschiedenen Herkunften verschiedener Alten verschiedene Kultur verschiedene politische Gedanken trotzdem stehen wir alle zusammen für eine Sache eben Kunst darzustellen und Kunst des Publikums zu geben.

00:58:26: Für mich ist ein Open House, könnte eine Spiegelung unserer Gesellschaft werden.

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